Sie freuen sich über den neuen Radweg (von links): Monika Knopf (ADFC), Cornelius und Renate Gruner (ADFC), Evelyn Sindermann (Bezirksbeirat Plieningen), Daniel Wäschenbach (Deutsche Bahn) Foto: Jacqueline Fritsch

Rund um den Flughafen Stuttgart wird die Situation für Radfahrer langsam besser – eine Treppe macht noch aber noch Probleme.

Plieningen/Echterdingen - Lange haben eingefleischte Radfahrer und Kommunalpolitiker dafür gekämpft, dass der Radweg an der Echterdinger Straße in Plieningen wiederhergestellt wird. Der Weg war den Arbeiten an Stuttgart 21 zum Opfer gefallen. Nun hat die Deutsche Bahn parallel zu ihrer Baustraße 150 Meter neu asphaltiert, sodass die Radverbindung zwischen Plieningen und Echterdingen ab sofort wieder nutzbar ist. „Der Weg ist sehr schön geworden“, sagt Cornelius Gruner. Der Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Stuttgart (ADFC) ergänzt: „Es wäre schön, wenn man Radwege überall so hinkriegen würde wie hier.“

Der neue Abschnitt des Radwegs ist 2,5 Meter breit und durchgängig von der parallelen Baustraße getrennt. Für die Dauer der Bauarbeiten an Stuttgart 21 soll dieser Weg auf jeden Fall so bleiben. „Ich glaube, wir haben jetzt einen stabilen Zustand für die nächsten Jahre erreicht“, sagt Daniel Wäschenbach, der bei der Bahn für diesen Abschnitt des Bauprojekts zuständig ist.

ADFC fordert ein Gesamtkonzept

Cornelius Gruner und seine Kollegen vom ADFC freuen sich über den neuen Radweg, lassen die Chance aber nicht ungenutzt, auf andere Schwierigkeiten rund um den Flughafen aufmerksam zu machen. „Wir brauchen ein Radkonzept für den Flughafen und die Messe“, sagt Gruner. „Es gibt insgesamt noch ganz viele Probleme“, stimmt die Plieninger Bezirksbeirätin Evelyn Sindermann zu. „Wir hätten gerne ein gesamtes Netz für Radfahrer.“

Nach wie vor sei die Flughafenstraße ein Problem. Wer mit dem Fahrrad von Plieningen über den neuen Radweg an der Echterdinger Straße in Richtung Messe fährt, wird kurz vor dem Mövenpick-Hotel von Baustellenzäunen ausgebremst. Dort die Straßenseite zu wechseln, wäre theoretisch einfach, weil genau auf dieser Höhe eine Unterführung zwischen Messe und Flughafen ist. Dort führen aber lediglich Treppen hinunter – ohne eine Rampe für Kinderwagen oder Fahrräder.

Wegen Baustellen seien viele Radwege nicht nutzbar

Der Bezirksbeirat hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag zugestimmt, dass der Flughafen und die Stadt Leinfelden-Echterdingen eine Lösung dafür finden sollen – sowohl für das Treppenproblem als auch für den gekappten Radweg an sich. So sieht der Antragsteller Ulrich Berger zum Beispiel die Möglichkeit, den freien Streifen zwischen der Flughafenstraße und den neuen Gleisen der Stadtbahnlinie U 6 für eine Fortsetzung des Radwegs zu nutzen. „Das Problem ist, dass im Bereich um den Flughafen offiziell viele Radwege eingezeichnet sind und die Verantwortlichen deshalb wahrscheinlich keinen Handlungsbedarf sehen“, sagt Berger. Die meisten dieser Radwege seien aber – und zwar schon ziemlich lange – wegen verschiedener Baustellen nicht befahrbar.

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