LBBW-Zentrale in Stuttgart – muss Deutschlands größte Landesbank vor dem Signa-Kollaps zittern? Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die Krise von René Benkos Signa-Gruppe spitzt sich zu. Auch Kreditinstitute aus Baden-Württemberg haben nach Informationen unserer Zeitung viel Geld im Feuer.

Der drohende Zusammenbruch des Firmenimperiums des österreichischen Immobilieninvestors René Benko bringt auch den Bankensektor in Bedrängnis. In Finanzkreisen wird intensiv spekuliert, welche Institute wie viel Geld im Feuer haben. Angaben zu Geschäftsverbindungen und Kreditrisiken lehnen fast alle Geldhäuser mit Verweis auf das Bankgeheimnis ab, einige Informationen gibt es aber. Im Fokus stehen auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (KSK-ES). Laut Daten des Finanzdienstes Bloomberg hat die Sparkasse dem insolventen Online-Sportartikelhändler Signa Sports United (SSU) aus Benkos Unternehmensreich 2021 gemeinsam mit anderen Instituten eine 100 Millionen Euro schwere Kreditlinie gewährt. Nach Information unserer Zeitung ist die KSK-ES selbst mit einem Kreditvolumen von 15 Millionen bis 20 Millionen Euro involviert. Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Sparkasse liegt bei knapp zwölf Milliarden Euro. Ein Sprecher wollte sich nicht konkret zum Thema äußern. Er betonte aber, dass das Institut Kreditengagements nur bei entsprechenden Absicherungen eingehe.

 

Auch die wesentlich größere LBBW ist von der Signa-Krise betroffen. Das Unternehmen bestätigte bereits die Beteiligung an einem sogenannten Konsortialkredit mehrerer Banken an die SSU. Zum Umfang wollte ein Sprecher auf Nachfrage keine Angaben machen. Für die LBBW dürfte es um eine Größenordnung von 40 Millionen bis 50 Millionen Euro gehen, wie unsere Zeitung aus informierten Kreisen erfuhr. Die Bilanzsumme der Landesbank betrug beim Halbjahresgeschäftsbericht 364 Milliarden Euro.

Größere Risiken drohen deutschen Geldhäusern im Zusammenhang mit Benkos Signa-Debakel durch Immobilienkredite. Laut Medienberichten ist die LBBW bei Signa insgesamt mit einem dreistelligen Millionenbetrag engagiert. Die Landesbank wollte dies auf Nachfrage nicht bestätigen, verwies aber auf belastbare Risikopolster in der Bilanz.