Donald Trump im Gespräch mit dem Papst. Trumps Frau Melania (links) war bei dem Treffen ebenfalls anwesend. Foto: AP Pool

Unterschiedlicher können zwei Menschen nicht sein: Der eine predigt Bescheidenheit und Frieden, der andere wohnt in einem selbst erbauten goldenen Turm und poltert über Mauern und Waffen.

Rom - Potus und Pontifex, der Präsident von 321 Millionen US-Amerikanern und der Führer von 1,2 Milliarden Katholiken, haben sich am Donnerstag zu einem privaten Plausch im Vatikan getroffen. „Meine Tür ist immer offen“, hatte Papst Franziskus vor diesem Treffen gesagt.

Das „trotzige Kind“, wie Trump erst kürzlich von der New York Times bezeichnet wurde, sitzt dem Heiligen Vater gegenüber. 29 Minuten lang. Was genau die beiden besprochen haben, weiß man nicht – gemeinhin der Sinn einer Privataudienz. Doch es wird diesmal nicht um Deals gegangen sein, die der US-Präsident so gerne eintütet. Bleibt also für die Öffentlichkeit vorerst nur das drum herum. Aber auch das gibt schon einiges her.

Mehr als 50 Wagen zählte die Kolonne, die den US-Präsidenten und seine Entourage durch die ewige Stadt zum Vatikan brachte. Mit betont ernster Miene schreitet Trump dann durch die marmornen Gänge auf den Termin mit dem Papst zu. Dessen Sekretär Georg Gänswein nimmt ihn in Empfang, erklärt ihm alles, den Ablauf, die Geschichte des Gebäudes. Als sie in einem Aufzug verschwinden, murmelt Gänswein etwas vom „Trump Tower“, schüchternes Gekicher folgt.

Gespräche zwischen Trump und Franziskus

Dann Treffen Potus und Pontifex aufeinander, reichen sich die Hand, stellen sich zum Foto nebeneinander: Trump strahlt über beide Ohren, Franziskus blickt ernst zu Boden. Sie setzen sich zum Gespräch an den Tisch des Papstes – „Ich bin sehr froh, Sie zu treffen, ich spreche nicht sehr gut Englisch“, sagt der Papst noch und stellt den Übersetzer vor, dann sind die beiden unter sich.

Worüber sie wohl sprechen: Über die Umwelt und das Klima? Trump glaubt nicht an den Klimawandel und die damit verbundenen internationalen Verpflichtungen seines Landes. Über die Ehe? Zwei Mal hat Melania allein auf dieser Reise in aller Öffentlichkeit die Hand ihres Gatten ausgeschlagen, als der danach greifen wollte. Über Politik? Trump hat syrischen Flüchtlingen die Einreise verwehrt und droht Nordkorea offen mit einem Krieg. An Gesprächsstoff dürfte es nicht gemangelt haben.

Papst überreicht eine „Botschaft des Friedens“

Nach dem Termin wieder das obligatorische Foto. Der Papst blickt ernst aber bestimmt in die Kameras, Trumps Lächeln strahlt etwas weniger. Franziskus überreicht dem US-Präsidenten als Erinnerungsgeschenk eine Medaille mit einem Olivenzweig und seine zweite Enzyklika „Laudato si“, die den Schwerpunkt Umwelt- und Klimaschutz hat. „Eine Botschaft des Friedens“, erklärt er Trump.

Was der damit anfängt wird sich zeigen. Zum Ende des Treffens sagte Trump jedenfalls: „Vielen Dank, ich werde nicht vergessen, was Sie gesagt haben.“ Dass Trump unberechenbar ist, hat er ja bereits zur Genüge bewiesen. Aber auch Papst Franziskus weiß durchaus mit unerwarteten Äußerungen die Menschheit zu überraschen. Und so fallen zum Ende des Treffens, als sich der Papst an Präsidenten-Gattin Melania wendet, die Worte, die nun wirklich keiner erwartet hat: „What do you give him to eat? - Was geben Sie ihm zu essen?“

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