Am Ortsende von Hirschlanden gibt es bereits einen Netto. Dieser Nahversorgungsstandort soll um einen Drogeriemarkt ergänzt werden. Foto: factum/Archiv

Die Hirschlander drängen seit langem darauf, dass in ihrem Ort ein Drogeriemarkt angesiedelt wird. Nun soll der Markt Wirklichkeit werden.

Ditzingen - Die Hirschlander äußern einen Wunsch, und Verwaltung und Gemeinderat erfüllen ihn. Diesen Eindruck könnte man bekommen, wenn man allein das beständige Drängen der Hirschlander nach der Ansiedlung eines Drogeriemarkts im Blick hätte. Tatsächlich vermissen die Einwohner des Ditzinger Teilorts in ihrer Nähe ein solches Geschäft.

Und doch waren Verwaltung und Gemeinderat nicht allein deshalb tätig geworden. Auch ein Gutachter hatte der Stadt bestätigt, dass der Drogeriemarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 600 Quadratmetern „die Grundversorgung deutlich verbessern“ würde, nicht nur in Hirschlanden, sondern auch im benachbarten Ortsteil Schöckingen.

Der Markt würde sich auch nicht negativ auf die vorhandene Nahversorgung auswirken, nennt die Verwaltung eine weitere Erkenntnis des Gutachters. Denn die Netto-Erweiterung nebst der Neuansiedlung des Drogeriemarkts sollte das Angebot im Ort ergänzen, ihm nicht schaden. Einmütig stimmte der Gemeinderat für den Planentwurf. Der Netto wird erweitert. Zudem soll ein dm-Drogeriemarkt ansiedeln.

Artenschutz fordert die Planer heraus

„Wir hatten alles. Von der Stromleitung bis zum Artenschutz“, hatte der Bürgermeister wenige Tage zuvor die Entstehungsgeschichte des Bebauungsplans Revue passieren lassen. Zum einen wurden zwei Böschungen und eine Streuobstwiese in dem Areal als hochwertiger Lebensraum für Wildbienen eingestuft. Als Ausgleich wird nun unter anderem das Dach des dm-Markts wildbienentauglich begrünt. Im vergangenen Frühjahr wurden bei Begehungen außerdem Zauneidechsen entdeckt, also eine streng geschützte Tierart.

Das Regierungspräsidium Stuttgart erteilte letztlich eine Ausnahmegenehmigung, falls bei den Bauarbeiten Zauneidechsen verletzt oder getötet würden. Zugleich wurde aber ein bestehendes Habitat an anderer Stelle aufgewertet. Außerdem soll die Baustelle durch einen entsprechenden Zaun abgesperrt werden.

Ursprünglich war vorgesehen, den bestehende Netto für den Drogeriemarkt umzubauen. Der neue Netto sollte östlich entstehen. Weil aber Starkstromleitungen über das Gelände verlaufen, zudem die Interimsgebäude der Ganztagsbetreuung der Theodor-Heuglin-Schule errichtet werden müssen, musste die Stadt umplanen. Nun soll der Drogeriemarkt westlich der Interimsgebäude erstellt und der Netto erweitert werden. Die dazwischen liegende Fläche soll zu einer erweiterten Parkplatzfläche werden.

Die Verwaltung bekräftigte auf Nachfrage des Freien Wähler-Fraktionschefs Manfred Grossmann, dass die geplante Anzahl der Parkplätze ausreiche. Für beide Märkte zusammen werden 80 bis 90 Parkplätze angelegt. Vor allem die Parkplatzfrage hatte zunächst auch die Mitglieder des Fachausschusses beschäftigt. Letztlich empfahl er aber einstimmig dem Gemeinderat, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen.

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