Klaus Kienle mit einem Mercedes Foto: Granville

Der weltweit bekannte Oldtimer-Restaurator Kienle Automobiltechnik in Ditzingen ist zahlungsunfähig. Gegen den Firmenchef Klaus Kienle wird seit dem Frühjahr wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt.

Die Firma des unter Betrugsverdacht stehenden Oldtimer-Restaurators und -Händlers Klaus Kienle ist insolvent. Die Nachricht von der Zahlungsunfähigkeit der Kienle Automobiltechnik GmbH mit Sitz in Ditzingen wurde am Montag vom Insolvenzgericht Ludwigsburg veröffentlicht. Der Betrieb, der auf historische Fahrzeuge von Mercedes-Benz spezialisiert ist, beschäftigt nach eigenen Angaben rund 80 Mitarbeiter.

 

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Philipp Grub bestellt. Er hat die Aufgabe, das Vermögen des Betriebs zu sichern und zu erhalten.

Die Razzia am 31. Mai hat für Aufsehen in der Szene gesorgt

Das Landkriminalamt ermittelt seit dem Frühjahr wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug gegen den Ditzinger Restaurator. Eine Durchsuchung in der Firma und in den Privaträumen des Firmengründers sowie bei seinen beiden Söhnen hatte am 31. Mai für große öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Ob die Insolvenz im Zusammenhang mit den Ermittlungen steht, ist offen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Weder Klaus Kienle noch der Insolvenzverwalter waren am Montag für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Reputation des Restaurators, der als einer der weltweit kompetentesten Spezialisten für die Oldtimer vom Typ 300 SL gilt, dürfte der Verdacht aber so oder so geschadet haben. Gut erhaltene Exemplare des Wagens werden für mehr als eine Million Euro gehandelt. Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Tipp gewesen, den der Oldtimerhändler Ralph Grieser aus Mülheim-Kärlich sowie der mit ihm bekannte Bundestagsabgeordnete Carsten Müller (CDU) den Behörden gegeben hatten. Dabei steht ein Roadster im Mittelpunkt, der von Kienle im Jahr 2019 verkauft wurde und dessen Fahrgestellnummer manipuliert sein soll. Das Auto steht heute in einer Sammlung in Malaysia. Die Ermittler des Landeskriminalamts hatten bei der Razzia mehrere Oldtimer sowie Geschäftspapiere beschlagnahmt.