Bei Dinkelacker im Stuttgarter Süden wurde der Grundstein für ein neues Automatiklager gelegt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Dinkelacker hat auf seinem Firmengelände im Stuttgarter Süden den Grundstein für ein neues Automatiklager gelegt.

S-Süd - Dass es zu einer Grundsteinlegung treppauf in den zweiten Stock geht, ist nicht alltäglich. Auch das Objekt, dessen Baubeginn auf dem Gelände der Brauerei Dinkelacker an der Tübinger Straße am Dienstag mit einem Helferfest eingeläutet wurde, ist etwas Besonderes.

„Lagergebäude“ mag zunächst nicht sonderlich spektakulär klingen. Was dahintersteckt, ist aber weit mehr als ein Standard-Betonklotz. Die Ausmaße des Neubaus sind beeindruckend: Auf 2400 Quadratmetern sollen 5800 Europaletten Bier unterkommen. Das entspricht 230 000 Kisten. Die Bodenplatte, die das immense Gewicht tragen muss, besteht aus 60 Zentimetern Stahlbeton. Jeder Quadratmeter ist mit zehn Tonnen belastbar. Das hört sich massiv an, wird aber dank cleveren architektonischen Ideen weit weniger wuchtig aussehen als man vermuten könnte.

Fenster statt Mauern

„Der obere Teil des Gebäudes ist wesentlich heller als der untere“, erklärt Ralph Barnstein, Geschäftsführer für Technik, Verwaltung und Logistik bei Dinkelacker. „Es wird sich ein optisch ein Stück weit mit dem Himmel verbinden.“ Das Dach und die Fassade in Richtung Park zwischen Mörike- und Silberburgstraße soll begrünt werden, um einen harmonischen Übergang zu schaffen. Trotz einer stolzen Gesamthöhe von zwanzig Metern bleibt die Fassade an der Hohenstaufenstraße deutlich niedriger als die vorhandene Wohnbebauung. „Ich bin mir sicher, dass es oben an der Bushaltestelle schöner aussehen wird als bisher“, so Barnstein. Statt Mauern voller Graffiti soll dort eine Gebäuderückseite mit langgezogenen Fenstern zur Straße hin abschließen, durch die man ins Innere blicken kann.

Die bislang wenig genutzte Fläche auf dem Brauereigelände bezeichnet der Logistiker als ideal für die Errichtung des modernen Automatiklagers: „Wenn man das gesamte Terrain betrachtet, schließen wir praktisch eine Zahnlücke“, stellt er fest. Die Kosten liegen bei acht Millionen Euro.

„Heute ist ein wichtiger Tag für Dinkelacker, aber auch ein wichtiger Tag für die Landeshauptstadt“, kommentiert Michael Föll den Auftakt zum Bauvorhaben. Der erste Bürgermeister hebt noch einmal hervor, wie wichtig bereits die bisherigen Dinkelacker-Investitionen für die positive Entwicklung der Tübinger Straße gewesen seien. Auch freue er sich über das klare Bekenntnis der Familienbrauerei zum Standort im Herzen Stuttgart. „Mit diesem modernen Lagersystem investiert Dinkelacker in eine zukunftsweisende Technik, die für Effizienz und Nachhaltigkeit steht“, schließt Föll, ehe er gemeinsam mit Gesellschaftern und Geschäftsführern der Brauerei zur Tat schreitet: Stilecht werden vier mit dem Datum der Grundsteinlegung versehene Flaschen aus dem Dinkelacker-Sortiment versenkt und einzementiert.

Kein verstärkter Lkw-Verkehr

Die Entscheidung für das Automatiklager ist Teil eines umfassenden Konzepts, dessen Ziel es ist es, Kunden in Zukunft direkt vom Brauereigelände aus zu beliefern. Bislang geht der eigentlichen Auslieferung der Shuttleverkehr in ein eigenes Logistikzentrum in Weilimdorf voraus. „Hier im Süden werden nicht mehr Lastwagen losfahren als bisher“, erklärt Ralph Barnstein. „Wir können uns aber gezielt der Verkehrssituation in Stuttgart anpassen. So sparen wir nicht nur Kosten, sondern können auch zur Entlastung der Stadt beitragen – gerade in Stoßzeiten.“

Solchen Argumenten gegenüber zeigt sich nicht nur Michael Föll aufgeschlossen. Der Bezirksbeirat Süd begrüßte die Pläne einstimmig. Bei Gesprächen mit zuständigen Ämtern, sei man oft skeptisch empfangen, aber immer mit zufriedenen Mienen verabschiedet worden, erinnert sich Barnstein. Anlieger und interessierte Bürger konnten sich zwei Tage lang in der Brauereigaststätte informieren. Der Überzeugungsarbeit folgt nun die Baustelle. Im Frühjahr 2018 sollen die ersten beladenen Lastwagen das neue Lager verlassen.

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