Bei der Diesel-Demo am Neckartor dominierten Gelbe Westen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Demo-Initiator Sakkaros ist unglücklich über die Polizei-Entscheidung, die Zahl der Demo-Teilnehmer nicht mehr zu ermitteln.

Stuttgart - Mit der fünften Ausgabe der Diesel-Demo am Samstagsnachmittag am Neckartor verstärken die Fahrverbots-Gegner noch einmal den Druck auf die Landespolitik. Zwei Stunden nachdem auf dem Schlossplatz am frühen Nachmittag erstmals Politiker der FDP, der CDU und der Freien Wähler öffentlich zum Widerstand gegen die Diesel-Fahrverbote aufgerufen hatten, waren auch wieder die von dem Stuttgarter Porsche-Mitarbeiter Ioannis Sakkaros mobilisierten Demonstranten – davon erneut viele in gelben Warnwesten – auf der Straße.

Sakkaros begrüßte die vorangehende Aktion der Politiker auf dem Schlossplatz ausdrücklich: „Die haben verstanden, dass sie bei uns draußen bleiben sollen“, sagte der Initiator der Demos am Neckartor, der bislang stets betont hat, dass die von ihm organisierte Protestkundgebung unpolitisch bleiben solle. „Wir haben die zeitliche Abfolge der Veranstaltungen abgesprochen, so dass wir uns nicht in die Quere kommen.“

Hetze gegen Politiker solle unterbleiben

Unglücklich zeigte sich Sakkaros über die Entscheidung der Polizei, künftig keine Aussage mehr über die Zahl der Teilnehmer an der Diesel-Demo zu veröffentlichen. Er betonte aber noch einmal, dass die von der Polizei bei der Demonstration am vergangenen Samstag genannte Zahl zu niedrig war. Die Beteiligung an der fünften Diesel-Demo am Samstag schätzte das Organisationsteam der Veranstaltung auf rund 1000 Demonstranten.

Sakkaros rief gleich zu Beginn der Kundgebung die Teilnehmer dazu auf, Argumente sprechen zu lassen und auf Hetze gegen die Politiker zu verzichten. Gleichwohl war fast jeder Redebeitrag von lautstarken „Grüne raus!“-Rufen begleitet. Ulf Unger, einer der Redner, betonte, dass das Fahrverbot für Euro-4-Diesel hierzulande nur dazu führe, dass die Fahrzeuge nun massenhaft in der Ukraine fahren und stellte damit den klimapolitischen Sinn einer solchen Entscheidung in Abrede. Die Demonstranten hielten sich erneut an den Wunsch der Organisatoren, auf parteipolitische Transparente zu verzichten.

Solidarität mit der französischen Gelbwesten-Bewegung

Sakkaros hofft, dass die jüngste Ankündigung der Landesregierung, Fahrverbot gegen Euro-5-Diesel unbedingt verhindern zu wollen, der Diesel-Demonstrationen nicht den Wind aus den Segeln nimmt. „Ich habe gegenüber der Landesregierung betont, dass wir es nicht akzeptieren werden, dass der Euro-5-Diesel auf Kosten des Euro-4-Diesels gerettet wird.“ Sakkaros kündigte an, in zwei Wochen erneut mit Regierungsvertretern Gespräche zu führen.

Am Rande der Kundgebung riefen unter den Titel „ACT 1 Solidarität mit Frankreich – Stoppt die Polizeigewalt“ einige wenige Demonstranten auf dem Dunantsteg zur Solidarität mit der französischen Gelbwesten-Bewegung auf.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: