Die neuen „Vereinigten Volksbanken“ werden eine Bilanzsumme von 4,3 Milliarden Euro erreichen. Foto: dpa/dpa

Die letzte juristische Hürde ist übersprungen: Die Vertreter haben der Fusion der Vereinigten Volksbank mit der Volksbank Reutlingen zugestimmt. Im November wird eine der größten Volksbanken in Baden-Württemberg ihre Arbeit aufnehmen.

Böblingen/Sindelfingen - Zuletzt war es nur noch eine Formsache, aber ohne diese Formsache hätte die Fusion der Vereinigten Volksbank aus Böblingen mit der Reutlinger Volksbank nicht vonstatten gehen können. Die Vertreterversammlung der beiden Geldinstitute hat mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, die Volksbanken in den Kreisen Calw und Böblingen mit ihren Kollegen aus Reutlingen zu verschmelzen.

Das neue Institut wird dann eine der ganz großen Volksbanken in Baden-Württemberg sein, die von rund 77 000 Mitgliedern, 183 000 Kunden und einer Bilanzsumme von 4,3 Milliarden Euro getragen wird. Wolfgang Klotz und Siegfried Arnold sind die Vorstandsvorsitzenden der neuen Bank, die unter dem Namen Vereinigte Volksbanken firmiert, und die trotzdem ihre regionale Identität nicht aufgeben will. Die juristische Fusion erfolgt rückwirkend zum 1. Januar. Die technische Fusion erfolgt dann im kommenden November. Die Vereinigten Volksbanken werden ihren juristischen Sitz in Sindelfingen haben.

Briefwahl statt Vertreterversammlung

Das Prozedere der Fusion ist nicht ganz einfach gewesen. Weil niemand die Entwicklung der Corona-Pandemie voraussehen kann, erschien es den beiden Banken zu riskant, eine Vertreterversammlung mit persönlicher Anwesenheit zu organisieren, denn dazu hätten 204 Personen in einem geschlossenen Raum zusammenkommen müssen. Also musste auch eine Briefwahl organisiert werden. Dabei galt es, die Vertreter persönlich von der Wichtigkeit und Richtigkeit der Fusion zu überzeugen, was auf innerbetrieblicher Ebene vor allem Wolfgang Klotz persönlich übernahm. „Insgesamt waren die Rückmeldungen zumeist positiv. Insofern war eine erfolgreiche Beschlussfassung zu erwarten“, sagte dazu Wolfgang Klotz. Weil beide Banken genossenschaftlich organisiert sind, müssen die Mitglieder der Genossenschaften zustimmen. Von einer gewissen Größe der Bank an können sogenannte Vertreter stellvertretend das Stimmrecht wahrnehmen.

Die Kunden werden sich an eine neue Bankleitzahl gewöhnen müssen

Rund zwei Wochen lang hatten die Vertreter Zeit, ihre Wahlumschläge einzureichen. Die Auszählung der Stimmzettel unter notarieller Aufsicht ergab am vergangenen Freitag eine Zustimmungsquote von 97,4 Prozent bei der Volksbank Reutlingen und von 94,6 Prozent bei der Vereinigten Volksbank. Die Wahlbeteiligung lag bei 94 Prozent in Reutlingen und 75 Prozent in Böblingen.

Vor allem die Kunden der Volksbank Reutlingen werden gemäß der lokalen Ausrichtung der neuen Vereinigten Volksbanken ihre gewohnten Ansprechpartner behalten können. Allerdings werden sie sich unter anderem an eine neue Bankleitzahl gewöhnen müssen.

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