Die „Polizeiruf“-Fledderei Alle schon so gut wie tot

Von Ariane Holzhausen 

Matthias Brandt als Kommissar Hanns von Meuffels kämpft sich durch seinen vorletzten Fall. Wir werden bald vermissen, wie sich dieser anständige Kerl an der miesen Welt abarbeitet.

Stuttgart - Die Handlung in zwei Sätzen Vier Jugendliche töten in „Das Gespenst der Freiheit“ einen Mann muslimischer Herkunft, der angeblich ein Mädchen belästigt haben soll. Wie gehen Verfassungsschutz und Staatsanwälte bloß damit um?

Zahl der Leichen Zwei. Aber menschlich gesehen sind sämtliche Protagonisten schon so gut wie tot.

Die härtesten Sätze: „Vier Deutsche im Knast wegen nur eines Ausländers!“ „Meine Frau hat schon die schönen Wintermäntel meiner Eltern gespendet. Aber irgendwann ist mal gut.“ „Ich bin nicht übers Meer geschwommen und spitz wie Nachbars Lumpi.“

Bisschen blöde: Die Schuh-Symbolik, am Anfang, im Dialog, am Sarg.

Bisschen besser: Wie gut Meuffels berufliche Austrocknung mit den schrecklich funktionalen Büroräumen – Zimmerwaschbecken! – harmoniert. Und wie deutlich sich sein Gemütszustand an den spärlich vor sich hinblätternden Yucca-Palmen ablesen lässt.

Unerträglich: Tumbe, blöde Jugendliche, eine angedeutete Massenvergewaltigung, Joachim Król als Verfassungsschützer, die Hinrichtung, die Gewalt mit ihren vielen bösen Fratzen.

Auch unerträglich: Zu sehen, wie der großartige Hanns von Meuffels an diesem Fall schier zugrunde geht.

Unser Fazit Am unerträglichsten ist es zu wissen, dass Meuffels ja wirklich zugrunde geht. Dies ist sein vorletzter Fall gewesen. Und das ist sehr schade.

Spannung Note 2; Logik Note 1

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