Die Kreis-CDU vor der Wahl Die Mühen der Ebene hinter sich gelassen

Von Thomas Schorradt 

Am 25. Mai sind Europawahlen, gleichzeitig werden die Kommunalparlamente gewählt. Die CDU im Landkreis sieht sich gut vorbereitet. Foto: dpa-Zentralbild
Am 25. Mai sind Europawahlen, gleichzeitig werden die Kommunalparlamente gewählt. Die CDU im Landkreis sieht sich gut vorbereitet. Foto: dpa-Zentralbild

Die Kandidatensuche für die Kommunalwahlen am 26. Mai ist kein Selbstläufer gewesen. Trotzdem sieht sich die CDU in der Fläche gut aufgestellt.

Unterensingen - Thaddäus Kunzmann, der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Esslingen, nimmt kein Blatt vor den Mund. „Leicht war es nicht“, sagt er. Die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten, die für die Christdemokraten in den Gemeinderäten des Landkreises ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten wollen, habe mehr Überzeugungskraft gefordert, als noch vor fünf Jahren. Aber immerhin, so sagt Kunzmann mit Blick auf den Wahltermin am 26. Mai, habe es sich gelohnt. „Wir sind in der Fläche gut aufgestellt. Unsere Listen beinhalten eine gute Mischung von Geschlecht, Alter und Berufen“, sagte der Kreisverbandschef beim Jahrespressegespräch seiner Partei in Unterensingen.

Als Grund für die Zurückhaltung hat Kunzmann neben der allgemeinen Skepsis gegenüber den Parteien auch den demografischen Wandel ausgemacht. Die kleiner werdende Zielgruppe derer, die sich für Kommunalgremien berufen fühlte, sei meist mit Beruf, Familie und ehrenamtlicher Arbeit außerhalb der Parteien ausgelastet. Der Engpass im politischen Ehrenamt, so schwant dem CDU-Politiker, könnte in Zukunft noch größer werden. „Mit dem Ende der nächsten Legislaturperiode werden die Vertreter der geburtenstarken Jahrgänge ausscheiden“, sagt Kunzmann, der sich seit dem 1. März 2017 als Demografiebeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg des Themas annimmt.

Apostolos Kelemedis für Europa

Angesichts der Mühen der Ebene, mit denen die CDU auf der Suche nach Gemeinderatskandidaten gekämpft hat, ist die Kür des christdemokratischen Kandidaten für das Europa-Parlament offensichtlich ein Spaziergang gewesen. Mit dem 52 Jahre alten Apostolos Kelemidis will ein überzeugter Europäer mit dem regionalen CDU-Ticket ins Europaparlament nach Straßburg einziehen. Der in Stuttgart geborene Sohn einer im Jahr 1960 im Rahmen des Anwerbeverfahrens „mit einem leeren Koffer“ (Kelemidis) nach Stuttgart eingereisten griechischen Familie ist Inhaber eines 50 Mitarbeiter zählenden Getränkelogistik-Unternehmens in der Hauptstadt. Auf Platz 6 der Landesliste platziert, steht Kelemidis Einzug ins Europaparlament auf der Kippe. Derzeit schickt die Landes-CDU fünf Abgeordnete nach Straßburg. Auf seiner Themenliste hat Kelemidis die Stichworte „christliche Werte“, „soziale Marktwirtschaft“, „mittelstandsfreundliche Politik“ und „neue Arbeitsplätze“ notiert.

Zehn-Minuten-Takt bis 2025

Vor der eigenen Haustüre gibt es ganz andere Baustellen. „Wohnen, Wirtschaftsförderung und Verkehr“, das sind die Bereiche, in denen der CDU-Spitzenkandidat im Kreis Esslingen, Tim Hauser im Stuttgarter Regionalparlament Schwerpunkte setzen will. Der konzentrierte Wohnbau entlang der Entwicklungsachsen und der zügige Ausbau der digitalen Infrastruktur stehen ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Um den Dauerstau auf den Straßen aufzulösen, setzt Hauser auf ein verbessertes Angebot auf der Schiene. Mit 500 Millionen Euro für den Kauf von 50 neuen S-Bahnen und 600 Millionen Euro für deren digitalisierte Steuerung würde die Region zum großen Wurf ausholen. „Das ist die Voraussetzung für den Zehn-Minuten-Takt, der im Jahr 2025 umgesetzt werden soll“, sagt Hauser, der parallel dazu den Ringschluss der S-Bahn über die Filder ins Neckartal vorantreiben will.

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