Ungelöstes E-Problem: die fehlenden Ladesäulen. Foto: StZ/Michael Steck

Die Brüsseler CO2-Pläne, den Ausstoß künftig zu halbieren, würden der deutschen Schlüsselindustrie schwer zusetzen, kommentiert Markus Grabitz.

Brüssel - Die Schlüsselbranche der deutschen Industrie geht sehr schweren Zeiten entgegen, sollten die Klimaschutz-Pläne der EU-Kommission für den Verkehrssektor umgesetzt werden. Brüsseler Vorgaben, die Herstellern eine Halbierung des CO2-Ausstoßes in den Jahren 2021 bis 2030 auferlegen, würden die Industrie dazu zwingen, alles auf eine Karte zu setzen und den Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen massiv in die Höhe zu treiben.

 

Gerade Hersteller von Fahrzeugen im gehobenen Segment würde es hart treffen: Unter höchstem Zeitdruck müssten sie sich vom lukrativen Geschäft mit dem Verbrenner verabschieden und ihre Produktion radikal auf E-Autos umstellen. Ihnen würde ein Kurswechsel hin zu einer Technologie aufgezwungen, hinter der nicht nur wegen der ungelösten Ladesäulen-Frage noch weitere Fragezeichen stehen. Es fehlt vor allem die Akzeptanz für E-Autos bei den Stammkunden.

Die Folgen für Deutschland sind weitreichend: Es ist mit einem Arbeitsplatzabbau in historischem Ausmaß zu rechnen. Nicht nur in der Motorenfertigung werden viele Jobs verloren gehen. Wenn die Pläne nicht noch gestoppt werden, wird die Industrielandschaft, gerade im Südwesten, in zehn Jahren nicht wiederzuerkennen sein.