Bei manchen Kindern ist die Schultüte nicht so reich gefüllt – die Eltern können sich kaum die Grundausstattung eines Schulanfängers leisten. Foto: dpa

Die Diakonie Württemberg kritisiert die geringen Zuschüsse, die Hartz-IV-Empfänger für ihre Kinder zum Schulstart erhalten. Der Betrag würde bei weitem nicht ausreichen, um alle Anschaffungen für Schulanfänger zu bezahlen.

Stuttgart - Der Schulstart stellt nach Ansicht der Diakonie Württemberg arme Familien vor Probleme. „Der Zuschuss für Familien mit Bezug von Hartz IV oder Sozialhilfe von 100 Euro pro Schuljahr reicht bei weitem nicht aus, um für Kinder zu Schuljahresbeginn notwendige Anschaffungen zu finanzieren“, sagte Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandschef des Diakonischen Werks Württemberg in Stuttgart. Dieser Beitrag decke höchstens den Kauf von Heften und Schreibmaterialien ab, nicht aber eine Grundausstattung zur Einschulung mit Schulranzen, Mäppchen, Turnschuhen und Lernmittel wie Atlanten, Wörterbücher, Duden oder Formelsammlungen.

Sobald die Einschulungsbestätigung vorliege, sollten Empfänger von Hartz-IV-Leistungen und Familien mit geringem Einkommen eine „einmalige Beihilfe zur Einschulung“ von 300 Euro erhalten, forderte Kaufmann. Außerdem müsse der Zuschuss pro Schuljahr auf 150 Euro erhöht werden. An diesem Montag beginnt die Schule für mehr als 1,5 Millionen junge Menschen.

Die Zahl derer, die Unterstützung bei Schulstart-Aktionen der rund 50 Diakonischen Bezirksstellen in Württemberg suchen, ist nach Angaben der Diakonie seit rund zehn Jahren mindestens gleich geblieben und seit dem Zuzug von Flüchtlingen in manchen Städten deutlich gestiegen. So waren es zum Beispiel im Jahr 2014 290 Kinder aus 136 Familien im Landkreis Esslingen, die durch das Schulkinderprojekt unterstützt wurden. Im Jahr 2016 bekamen 408 Kinder aus 176 Familien finanzielle Hilfe.

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