Defibrillatoren können Leben retten. Foto: dpa/Lukas Barth

Das Ziel, Leben zu retten, ist wichtiger als die Unversehrtheit einer Gebäudefassade, findet unsere Autorin Alexandra Kratz in ihrem Kommentar.

Möhringen - Die Zahlen sprechen für sich: Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Am plötzlichen Herztod sterben jährlich etwa 100 000 Menschen. „Oft sterben sie, weil ihnen nicht rechtzeitig oder gar nicht geholfen wird“, heißt es dazu auf der Internetseite der Björn-Steiger-Stiftung. Die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm) will das in Kooperation mit dieser Stiftung ändern – wenigstens ein stückweit. Die Ilm hat viel Zeit investiert, ihr Projekt präsentiert, nach Standorten gesucht, Spenden akquiriert und Schulungen organisiert. Ihr ist es wichtig, im Stadtbezirk sichtbar zu sein. Nicht um Werbung für sich zu machen, sondern um aufzuklären, um zu erklären, was ein Defibrillator ist, und wie wichtig es ist, im Falle eines Falles beherzt zuzugreifen. Denn so kann Leben gerettet werden.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Enttäuschung der Ilm verständlich. Sie darf aus Gründen des Denkmalschutzes keinen Defibrillator an der Vorderseite des Bezirksrathauses anbringen. Der Verein – und nicht nur er – muss geradezu den Eindruck gewinnen, dass der Denkmalschutz und die Unversehrtheit der Gebäudefassade für wichtiger befunden wird als ein lebensrettendes Gerät, als das Ziel, Möhringen „herzsicherer“ zu machen. Förderung ehrenamtlichen Engagements sieht anders aus.