Stuttgart ist schon aufgrund seiner geologischen Situation nach Ansicht des Amts für Umweltschutz für ein Atommüll-Endlager ungeeignet. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Grundwasser in großer Tiefe sowie die Mineralheilquellen sprechen trotz theoretisch geeigneter Gesteinsschichten gegen ein Endlager für radioaktive Abfälle in Stuttgart. Das hat das Amt für Umweltschutz in einer Stellungnahme deutlich gemacht.

Stuttgart - Bei der bundesweiten Standortsuche nach einem Atommüll-Endlager ist auch die Landeshauptstadt, genauer gesagt der Stadtbezirk Bad Cannstatt, bei einem ersten Suchlauf nach geeigneten geologischen Formationen in den Fokus geraten. Der Grund: Dort gibt es das sogenannte kristalline Wirtsgestein (Granit und Gneis), das von der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung als geeignet für ein Endlager eingestuft wird.

Gesteinsschicht liegt im Mineralwasserschutzgebiet

Abgesehen von Kriterien wie Siedlungsdichte oder Naturschutz, die im ersten Suchlauf keine Rolle spielten, hält das Amt für Umweltschutz den Standort allerdings schon aus rein geologischen Gründen für ungeeignet: Die Gesteinsschicht führt nicht nur in großer Tiefe Grundwasser, sondern liegt auch im Stuttgarter Heilquellenschutzgebiet. „Grundwasser ist ein Widerspruch zum Wirtsgestein“, heißt es in einer Stellungnahme des Umweltschutzamtes. Demnach sollte Stuttgart also schon aus rein geologischen Gründen als potenzieller Standort ausgeschlossen werden. Über entsprechende Informationen zum Grundwasser verfügt die Stadt durch Probebohrungen in großer Tiefe an der Hofrat-Seyffer-Quelle in Bad Cannstatt. An dem von der Bundesregierung angepeilten Standort für den Atommüll sollen die radioaktiven Abfälle aus den Atomkraftwerken für die Dauer von einer Million Jahren sicher lagern. In ganz Deutschland werden dafür 90 Gebiete untersucht, die über entsprechende geologische Voraussetzungen verfügen. Dies ist nötig, weil das bisherige Zwischenlager im Salzstock Gorleben (Niedersachsen) 2020 als Endlager ausgeschlossen wurde.

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