Impfgegner haben an Schulen im Südwesten für Aufruhr gesorgt. (Symbolbild) Foto: dpa/Christophe Gateau

Mehrere Impfaktionen an Schulen in Baden-Württemberg müssen von der Polizei geschützt werden. In Bayern wird eine illegale Schule geräumt.

Freiburg - Aktionen von Impfgegnern vor Schulen in mehreren Städten haben für Empörung gesorgt. In Freiburg, Rottenburg (Kreis Tübingen) und Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) musste die Polizei gerufen werden. Schüler bei einer freiwilligen Impfaktion einzuschüchtern sei „absolut inakzeptabel“, erklärte der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos). Die Grenze der Meinungsfreiheit sei hier erreicht, schimpfte der Landrat des Ostalbkreises, Joachim Bläse (CDU).

In Freiburg hatten sich rund 100 sogenannte Querdenker vor dem Agnell-Bildungszentrum postiert. Sie skandierten: „Hände weg von unseren Kindern!“ Die private Montessori-Schule hatte den freiwilligen Corona-Impftermin für ihre Realschüler und Gymnasiasten organisiert. Im Ostalbkreis blockierte ein Dutzend Demonstranten am Mittwoch und Donnerstag den Impfbus des Kreises, als er zwei Schulen in Schwäbisch Gmünd ansteuerte. Auch in Rottenburg (Kreis Tübingen) wurde ein Impfbus auf dem Weg zum Gymnasium behindert.

Querdenker-Schule geräumt

Derweil haben die Behörden in Oberbayern eine mutmaßliche Querdenker-Schule geräumt. Bei einem Weiterbetrieb drohe ein Ordnungsgeld von 20 000 Euro. Auf dem Bauernhof in Schechen bei Rosenheim seien 50 Kinder der Jahrgangsstufen eins bis neun ohne die erforderliche Genehmigung unterrichtet worden, hieß es in einer Mitteilung der Schulaufsichtsbehörde. Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) seien die Schüler Testverweigerer. Sie dürfen den Präsenzunterricht an ihren ursprünglichen Schulen nicht besuchen, weil ihnen ihre Eltern keine Coronatests erlauben. Ihr Fehlen im Fernunterricht war aber bisher nicht aufgefallen.

Nachbarn hatten die Behörden auf die merkwürdigen Geschehnisse auf dem Hof aufmerksam gemacht. Die Leiterin, eine verbeamtete Lehrerin und seit Längerem im Krankenstand, erklärte dem BR, man betreibe eine russische Schule und befinde sich auf russischem Hoheitsgebiet. Unter den Lehrern, meist Eltern, seien Kräuter- und Musikpädagogen, aber auch Schamanen.

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