Der Seerosenteich vor dem maurischen Festsaal, glanzvoll in Szene gesetzt Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Im November gehen im zoologisch-botanischen Garten in den Abendstunden wieder die Lichter an. Der Christmas Garden, der im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Besucher angezogen hat, gastiert erneut zwischen Tiergehegen und Gewächshäusern.

Stuttgart - Noch pflügen die Pelikane vor der Damaszenerhalle durch laues Wasser, doch die Wilhelma rüstet sich für dunklere Tage und wüsteres Wetter. Am Freitag rückten die Handwerker an, am 14. November beginnt der Christmas Garden. Dann schließt der zoologisch-botanische Garten nicht wie üblich in der Winterzeit um 16.30 Uhr, sondern es gehen jeden Abend bis zum 6. Januar 1,5 Millionen LED-Lichter an.

Die Premiere der Show war 2018 so gut besucht, wie es sich Christian Doll von der Veranstaltungsagentur C2 Concerts nicht hat träumen lassen. Die Voraussetzungen seien „wunderbar“, die Gebäude im maurischen Stil und die Gartenanlage „oberste Sahne in Europa“. Nur das Wetter war betrüblich. „Statt Regen wie 2018 wünschen wir uns diesmal ein paar Tage Schnee, da wirkt die Lichtinstallation noch mal ganz anders“, sagt Doll bei der Pressekonferenz in der Wilhelma.

Dieses Jahr gibt es ein Flex-Ticket

100 000 Besucher hatten sich trotz Regen und Stau nicht von den stündlich getakteten Einlasszeiten zwischen 17 und 21 Uhr abhalten lassen. Dieses Mal öffnen die Veranstalter ein Hintertürchen. „Wir bleiben bei unserem Einlasskonzept, bieten aber zusätzlich ein Flex-Ticket an, das weder an einen bestimmten Tag noch an eine bestimmte Uhrzeit gebunden ist“, sagt Christian Doll. Die Anzahl dieser mit 24 Euro teuersten Karten ist allerdings auf 1000 Stück für die gesamte Laufzeit des Christmas Garden begrenzt. Der Preis für die regulären Tickets beträgt wie im Vorjahr 17 bis 19 Euro für Erwachsene, ermäßigt 14,50 bis 16,50 Euro. Familientickets für bis zu fünf Personen kosten zwischen 47 und 53 Euro, Kinder im Alter bis zu fünf Jahren haben freien Eintritt.

Was die Besucher erwartet, sind „leuchtende Seerosen, ein Laserwald, ein Lichtermeer aus tausenden Lichtpunkten auf dem Boden, viele Projektionen, leuchtende Tiere wie zum Beispiel Giraffen, Büffel, Elefanten und ein Sternen-Klang-Tunnel, vom Sounddesigner Burkhard Fincke in Szene gesetzt“, zählt der Lichtdesigner und Mitveranstalter Andreas Boehlke auf. Auf dem rund zwei Kilometer langen Weg sollen viele Gebäude wieder speziell beleuchtet sein, ein historisches Karussell ist aufgebaut und an einem Whishing-Tree darf man seine Wünsche anbringen. Drei dieser Wünsche wird die Sparda-Bank schließlich erfüllen. Für den kleineren Hunger gibt es entlang des Wegs Versorgungsstände mit Speisen und Getränken. Der Rundgang hat in diesem Jahr die Richtung gewechselt, sodass er am Restaurant Amazonica endet. Das ist 2018 wegen Renovierung noch geschlossen gewesen.

Mehr Publikum in der besuchsarmen Zeit

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin setzt auf den Christmas-Garden, um in der besuchsschwachen Zeit Publikum zu generieren. Die Veranstaltung sei eine „tolle Abwechslung zu den Weihnachtsmärkten“ sagt er, Bedenken ob des Tierschutzes zerstreut er. Die Veranstaltung sei „sehr tierschonend“ konzipiert und man gehe auch mit den Pelikanen und Kormoranen vor der Damaszenerhalle so um, „dass die damit leben können“. Er hält die Besucherzahl für „steigerbar“. Begrüßen würde er eine höhere Besucherzahl vermutlich auch, schließlich steht dem Zoo ein Teil der Einnahmen zu. Wie viel des Erlöses aus den Eintrittsgeldern für die Wilhelma herausspringt, bleibt aber Geschäftsgeheimnis.

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