Zwei besondere Köpfe in einer besonderen Location: Hannes Henzler (links) und Pascal Fetzer in Chaplin’s Bar in Ludwigsburg. Foto: Simon Granville

Der neue Inhaber ist kein Unbekannter: Pascal Fetzer feiert seine Rückkehr nach Ludwigsburg mit einem Festival. Die Gerberei in Waiblingen betreibt er weiter.

Man könnte schon sagen, dass die Chaplin’s Bar in Ludwigsburg etwas versteckt liegt. Gut, entweder man kennt sie – vielleicht auch noch als Tatort oder Schwarz-Weiß-Bar. Oder man findet sie nur unter gewissen Mühen. Der Eingang liegt in einem Hinterhof zwischen Bundesstraße  27 und Alte Gasse, ein eher unscheinbarer Kellereinstieg. Wer die gewundene Treppe hinuntersteigt, wird belohnt.

 

Es ist, was man klassisch als Wow-Effekt bezeichnet. Der große, mehr als 300 Jahre alte Gewölbekeller, die lange Bar mit ihrer indirekten Beleuchtung und den riesigen schweren Kerzenständern, die gedämpfte Licht-Kunst an den gemauerten Wänden: Das ist ein Anblick, der keinen kalt lässt. Auch, wenn man nicht zum ersten Mal da unten ist.

Zurück zu den Wurzeln in Ludwigsburg

So geht es auch Pascal Fetzer. Er ist schon eine ganze Weile in Chaplin’s Bar mit dabei, war bislang Partner und ist seit Januar alleiniger Inhaber. Fetzer ist in der Szene kein Unbekannter. Mit seinem Schwager zusammen leitete er die Krone Alt-Hoheneck und übernahm 2021 die Gerberei in Waiblingen, die er auch weiterhin betreibt. Mit dem Chaplin’s kehrt er ein stückweit zu seinen Wurzeln zurück. Pascal Fetzer, der Typ mit dem langen Bart, ist Ur-Ludwigsburger. Der heute 43-Jährige ging hier zur Schule, war auf der Filmakademie, hatte seine Rock-Band „fetzer and the turbochargers“, die Rockfabrik war sein zweites Wohnzimmer. Sein Werdegang verlief alles andere als linear, aber das ist eine andere Geschichte.

In kurz: er ist ein alter Hase und ein ebenso bunter Hund, das Chaplin’s eine Herzensangelegenheit für ihn. Dass er hier nun der Chef ist, bedeutet auch, dass vieles gleich bleibt. Er will ein funktionierendes Konzept mit neuen Ideen weiterführen.

Dazu gehört auch Hannes Henzler, sein Betriebsleiter. Er war vorher Barchef im Ritzi in Stuttgart und ist heute das Gesicht hinter der Bar im Chaplin’s. Er setzt auf Selbstgemachtes. Sirups, Blends, Infusionen . . . alles sein Werk. Ihm geht es um Qualität und Zero Waste. Seine Cocktail-Karte? „Die ist sehr beratungsintensiv“, sagt Henzler. Aber sie ist auch witzig. Ein ausgiebiges Studium lohnt sich – und Nachfragen beim Bar-Chef oder seinen Mitarbeitern sowieso. Hannes Henzlers Signature Drinks laufen gut – auch im doppelten Wortsinn. Der meist fotografierte ist „Charly goes to Heaven“. Gereifter Rum, Hibiskus, Brombeere, Limette. Auf dem Eiweißschaum oben ist das Konterfei Charlie Chaplins zu sehen – aus dem Staub getrockneter Hibiskusblüten, Hannes Henzler streut ihn über eine Schablone auf den Drink. Das sieht dann so schön aus, dass das Trinken eine gewisse Überwindung kostet. Die aber schnell verflogen ist.

„Das kann noch ein bisschen Glamour vertragen“

Schöne Details sind auch Pascal Fetzers Ding. Er will seinen neuen Laden keinesfalls auf links drehen. Aber peu à peu ein bisschen was verfeinern. „Das kann noch ein bisschen Glamour vertragen“, sagt er. Dunklen Glamour meint er. The dark Side of Barock sozusagen. Und in Sachen Schaumwein will er ebenfalls noch ordentlich aufrüsten.

Zuerst gibt es über Ostern aber noch Pascal Fetzers persönliches Eröffnungsfestival. „Aus der schieren Freude, wieder in Ludwigsburg zu sein.“ Passend zu seinem Namen heißt es „Osterfetz“. Durchaus witzig, aber ernst gemeint, wird das Chaplin’s-Team allerlei Österliches auf seine Art interpretieren. Pascals Passionsspiele gehen vom 28. März bis 1. April. Infos und Tickets unter www.chaplins.bar.