Carolin Kebekus übt in ihrer Show wieder Kritik an der katholischen Kirche. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

In ihrer ARD-Show geht die Komikerin Carolin Kebekus mit der katholischen Kirche erneut hart ins Gericht. Darin prangert sie Strukturen der Kirche an, die Frauen von wichtigen, kirchlichen Ämtern ausschließen.

Köln - In ihrem neuen Video „Im Namen der Mutter“ rappt Carolin Kebekus über die Rolle der Frau in kirchlichen Institutionen. Das Video war Teil eines längeren Clips ihrer ARD-Show, in der sie die Forderungen der Bewegung Maria 2.0 thematisierte.

Gleich zu Beginn ihres Rap-Videos wird klar, welche Ämter die katholische Kirche Frauen zugesteht, nämlich Ehrenämter. Im geistlichen Gewand rappt die Komikerin: „Der Vater, der Sohn, der heilige Geist. Drei Männer, keine Frau, oh mein Gott ist das dreist.“ Später heißt es: „Wer hat euch Kollegen denn geboren um zu beten“ und „Nächster Papst wird eher n Heide, als jemand mit ner Scheide. Wir haben euch gewaschen, euch die Kutten gebracht, zum Dank habt ihr uns alle dann zu Nutten gemacht.“ Die Botschaft des Clips: Frauen werden systematisch von wichtigen Ämtern ausgeschlossen.

Doch nicht nur Sexismus, sondern auch Rassismus innerhalb der Kirche spricht sie an. „Carolin Kebekus feat. Gott“ heißt es in der Beschreibung des Videos. Als sie dann ankündigt „Hier kommt die Dreifaltigkeit“, beginnt eine schwarze Frau zu rappen. Die Vorstellung „Gott ist eine schwarze Frau“, hält schon länger ihre Stellung als provozierender Gegensatz zu den weißen, männlichen Vertretern der Kirche, die auf diese Weise auch in Gemälden und religiösen Symbolen dargestellt werden.

Bereits im Jahr 2013 ist Carolin Kebekus wegen ihrer Kritik an der Kirche in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte sie ein Video für den WDR gedreht, in dem sie als Nonne und Messdiener verkleidet Kirchenkritik übte, woraufhin der Sender das Video aus dem Programm nahm. Der WDR verwies damals auf die Regelungen des WDR-Gesetzes, Kebekus wertete es als Zensur. Für einen Beitrag in der „heute-show“ bewarb sie sich zudem spaßeshalber bei der deutschen Bischofskonferenz als Päpstin. Der mittlerweile verstorbene Kardinal Joachim Meisner antwortete auf ihren Vorschlag: „Da haben Sie nicht die Figur dazu“, und verließ den Raum.

Carolin Kebekus ist vor ein paar Jahren aus der Kirche ausgetreten

Über ihr neues Video sagte Kebekus der Deutschen Presse-Agentur, dass sie vor ein paar Jahren aus der Kirche ausgetreten sei. „Da meine Eltern aber früher bei uns in der Gemeinde sehr aktiv waren und ich dies noch sehr positiv in Erinnerung habe, kann ich diese Verbundenheit mit der Gemeinde und die Sehnsucht gläubiger Frauen nach Gleichberechtigung absolut nachvollziehen.“

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Für sie sei es ein „riesiges Rätsel“, warum man nicht das Engagement dieser Frauen nutze. „Die Kirche geht den Bach runter und da stehen schlaue, hochintelligente, studierte Frauen voller Liebe für ihre Kirche und wollen einfach nur helfen, dürfen aber nicht“, sagte sie. „Das muss sich ändern!“

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