Die Teilnehmer schreiben an einem Drehbuch. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Gruppenaktivitäten sind aufgrund der Coronapandemie seit über einem Jahr nur eingeschränkt möglich. Die Caritas in Stuttgart möchte Kindern jedoch trotzdem gemeinsame Aktivitäten bieten. Im Feriencamp auf der Bergheide können die Teilnehmer ein Stück Normalität erleben.

Stuttgart - Die Kontaktbeschränkungen belasten vor allem Kinder schwer“, da ist sich Jürgen Jankowitsch von der Caritas sicher. Vor allem diejenigen, die ohnehin schon benachteiligt sind, treffe die Pandemie und ihre Restriktionen besonders hart. Abhilfe möchte die Caritas schaffen. In einem einwöchigen Camp im Aktivpark Bergheide können elf Kinder zwischen elf und 14 Jahren in den Pfingstferien gemeinsam eine unbeschwerte Zeit erleben.

Die Kinder erwartet ein buntes Programm

Durch Aktivitäten im Freien soll ein Ausgleich zum Alltag geschaffen werden. Außerdem soll das Feriencamp die Kinder auch in Sachen Medienkompetenz schulen. Zudem bauen die Betreuer gemeinsam mit den Kindern Steuerungen aus kleinen Platinen, um das Coden kennenzulernen. Neben Bildung steht auch Sport auf dem Programm: Auf dem Gelände des Aktivparks Bergheide kann geklettert werden.

Jankowitsch weiß, wie wichtig das Gruppengefühl für Kinder ist. „Wir haben von den Sozialarbeitern die Rückmeldung bekommen, dass viele gar nicht mehr wüssten, wie man sich in einer Gruppe verhält“, berichtet er. Gerade deshalb stünde im Feriencamp das „Erleben der Gruppe“ und die Kooperation zwischen den Kindern im Vordergrund. Unter anderem erarbeiten die teilnehmenden Kinder gemeinsam ein Drehbuch für einen Film. Dabei ist vor allem Teamwork gefragt. „Hierbei können die Kinder ihre eigenen Ideen loswerden“, erläutert Agnes Wagner, Medienpädagogin bei der Caritas, die das Feriencamp betreut. Mehrere Tage haben die Kinder Zeit, eine Story auszuarbeiten. „Es wird wohl eine Krimigeschichte, bei der es um ein Geheimnis einer Schülerin geht“, berichtet Wagner.

Große Freude bei den Teilnehmern

Die Begeisterung, mit der die Kinder an der Aufgabe arbeiten, ist ihnen deutlich anzumerken. Neue Ideen sprudeln förmlich aus ihnen heraus. „Alles hier gefällt mir extrem gut“, berichtet die elfjährige Giada. Auch die anderen Teilnehmer scheinen die gemeinsame Zeit zu genießen. „Hier kann man so sein, wie man ist, und wir halten alle zusammen“, betätigt die elfjährige Krista. So empfindet auch Sundis. Die 14-Jährige wäre am liebsten jeden Tag bei dem Camp auf der Bergheide. „Hier ist alles richtig schön, und ich bin denen dankbar, die das organisieren“, sagt sie.

Der Infektionsschutz steht an erster Stelle

Der Film, den die Teilnehmer die Woche über gemeinsam vorbereiten, soll am Ende des Camps auch abgedreht und geschnitten werden. „Das eignet sich ideal, um mit den Kindern über Medien zu sprechen“, erklärt Betreuerin Agnes Wagner. „Wie könnten wir den Kindern besser Medienkompetenz vermitteln, als sie aktiv etwas produzieren zu lassen?“, fügt Jürgen Jankowitsch hinzu. Er ist erfreut darüber, dass das Feriencamp trotz der aktuellen Situation stattfinden kann. Damit das Infektionsrisiko während des Feriencamps so gering wie möglich ist, seien alle Kinder am Morgen getestet worden. „Zudem spielt uns das gute Wetter in die Karten, da wir so die meiste Zeit draußen verbringen können“, erläutert er. In den Innenräumen gelte zudem Maskenpflicht. Außerdem würden die Kinder regelmäßig Hände waschen und insbesondere drinnen die Abstände einhalten. „Natürlich nehmen wir Corona ernst“, sagt Jankowitsch, „aber es wurde höchste Zeit, dass die Kinder wieder etwas erleben können.“

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