Kampfflugzeuge der Bundeswehr sind immer wieder über dem Zollernalbkreis unterwegs. Das Ziel häufig: die Burg Hohenzollern bei Bisingen. Das ist der Grund.
Am Freitagmorgen gegen 10 Uhr und am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr waren sie wieder zu sehen und vor allem zu hören: Eurofighter, die über den Zollernalbkreis, bei Bisingen, Hechingen oder auch bei Balingen flogen. Das berichtet der Schwarzwälder Bote.
„Bei dem gemeldeten Flugbetrieb handelte es sich um zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter, die im Rahmen der Tiefflugausbildung im Bereich der Burg Hohenzollern flogen“, berichtet ein Sprecher des Luftfahrtamts der Bundeswehr unserer Redaktion über die Flüge von Mittwoch.
„Um 14:59 Uhr Ortszeit flogen die Kampfflugzeuge von Osten kommend einen Halbkreis um die Burg Hohenzollern und flogen dann wieder nach Osten.“
Eurofighter der Bundeswehr etwa 210 Meter über Grund
Die geringste Flughöhe wurde demnach südlich von der Burg angezeigt. Dort waren die beiden Maschinen „auf gleicher Höhe der Burg in 689 Fuß – zirka 210 Meter – über Grund“ unterwegs. Anschließend stiegen sie dem Sprecher zufolge bis auf 1825 Fuß – zirka 556 Meter – über Grund auf. Der Flug sei unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen erfolgt.
„Grundsätzlich ist militärischer Flugbetrieb überall in Deutschland zulässig und ist nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden“, heißt es. Die Flugbewegungen sollen demnach möglichst gleichmäßig über den Luftraum der Bundesrepublik verteilt werden.
Bundeswehr wählt Geländepunkte aus
Wer in Bisingen oder Hechingen wohnt, weiß aber: Eurofighter sind hier sehr regelmäßig zu sehen – und zudem sehr tief. Warum also ist die Burg Hohenzollern häufig Ziel dieser Flüge?
Dazu erklärt der Sprecher: „Zu den militärischen Übungsszenarien gehört der Flug nach Sichtflugregeln, also weitestgehend ohne Nutzung elektronischer Orientierungshilfen.“ Dafür nutzen die Pilotinnen und Piloten der Bundeswehr – analog zum zivilen Flugverkehr, wie der Sprecher betont – markante Geländepunkte.
Burg Hohenzollern als markantes Bauwerk Eurofighter-Ziel
Beim Flug in größeren Höhen werden demnach oft Gewässer herangezogen. Diese seien jedoch „in niedrigen Höhen und bei hohen Geschwindigkeiten weniger geeignet“. In diese Fällen werden „meist Gebäude wie zum Beispiel Türme oder andere hervorstechende Bauwerke zur Orientierung genutzt“ – in dieser Woche eben wieder vermehrt die Burg Hohenzollern.
So üben die Eurofighter-Piloten
Überflüge
Die Bundeswehr versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. „Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen“, berichtet der Sprecher des Luftfahrtamts der Bundeswehr. „Die Planungen für die Übungsflüge oder sonstigen Flugbewegungen obliegen dabei den fliegenden Verbänden und werden für jeden Flug individuell auf den Bedarf ausgerichtet.“
Informationen für Bürger
Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 /8620730 sowie per E-Mail an FLIZ@bundeswehr.org können sich alle Bürgerinnen und Bürger mit Fragen oder Beschwerden zum militärischen Flugbetrieb direkt an das Luftfahrtamt der Bundeswehr wenden. Als zentrale Ansprechstelle beantworten die Mitarbeiter der Flugbetriebs- und Informationszentrale (FLIZ) als Sonderleistung Fragen zum Thema Fluglärm und Tiefflug. Das Bürgertelefon steht montags bis donnerstags zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 12:30 Uhr zu Verfügung.