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Eigentlich wollte die Stadt die Bürgerbüros in Stammheim, Botnang, Hedelfingen und Münster wegen Personalmangels für dreieinhalb Monate schließen. Diese Pläne sind nun aber wegen der Coronapandemie vom Tisch.

Stammheim - Eigentlich hatte die Stadtverwaltung geplant, die Bürgerbüros in Stammheim, Botnang, Münster und Hedelfingen wegen Personalmangels vom 16. November bis 26. Februar 2021 zu schließen – also für rund dreieinhalb Monate. Diese Pläne sind nun aber vom Tisch. In einer Mitteilung der Stadt heißt es, von einer Komplettschließung sei man vorerst abgerückt, jedoch könne es, wie bisher auch schon, aus personellen Engpässen zu kurzfristigen Schließungen kommen.

Die Bezirksbeiräte hatten die geplante Schließung vehement kritisiert

„Wir sind sehr erleichtert“, sagt Susanne Korge, die Bezirksvorsteherin von Stammheim. Sie führt die Entscheidung der Stadt nicht zuletzt auf das Engagement des Stammheimer Bezirksbeirates zurück. Dieser hatte sich vor einigen Tagen vehement gegen die dreieinhalbmonatige Schließung ausgesprochen und auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig eine entsprechende Anfrage an die Stadt gerichtet, in der um eine unverzügliche Stellungnahme gebeten worden war. „Viele unserer Argumente wurden berücksichtigt“, vermutet Korge. In der Anfrage war beispielsweise kritisiert worden, dass es in Zeiten der Corona-Pandemie „absolut unmöglich“ wäre, den Bürgern zuzumuten, in andere Bezirke auszuweichen – vor allem, wenn sie dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssten. Zudem sei in den noch verbleibenden Bürgerbüros damit zu rechnen, dass der Publikumsverkehr deutlich zunehme, was die Ansteckungsgefahr ebenfalls erhöhe.

Seitens der Stadt wird betont, dass es auch um den Mitarbeiterschutz gehe. Einsätze an anderen Standorten seien zu riskant, deshalb stelle man den flexiblen Personaleinsatz zunächst ein. Bislang war es nämlich Usus, dass Mitarbeiter als „Springer“ eingesetzt wurden, um dort auszuhelfen, wo gerade Not am Mann ist. Die nun geänderte Vorgehensweise (sie soll zunächst bis zum geplanten Ende des Teil-Lockdowns dauern) hat aber auch eine Schattenseite: Bei Coronafällen oder anderen Notlagen kann es dazu kommen, dass Bürgerbüros mangels Personalersatz schneller und häufiger geschlossen werden. Wie beispielsweise in Bad Cannstatt: Seit vergangener Woche bleiben die Türen dort für Kunden, die keinen Termin haben, geschlossen.

„Personalproblem dauerhaft angehen“

„Es ist ganz wichtig, dass das Personalproblem dauerhaft angegangen wird“, sagt Susanne Korge. Denn bereits in der Vergangenheit hatte das Stammheimer Bürgerbüro immer wieder geschlossen werden müssen, die Kunden mussten ins benachbarte Zuffenhausen ausweichen. Viele Menschen hatten sich darüber beschwert. Laut Korge können allerdings auch die Bürger etwas tun, um die Lage zu entspannen: „Die Leute sollten vorher prüfen, ob ein Termin vor Ort wirklich zwingend erforderlich ist. Viele Sachen können auch schriftlich oder telefonisch erledigt werden – ohne ein persönliches Vorsprechen.“

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