Martin Funk hat nur einen hauchdünnen Vorsprung. Foto: Horst Rudel

Am Sonntag hat niemand die absolute Mehrheit erreicht. Der zweite Wahlgang am 3. Dezember muss in Altbach nun die Entscheidung in der Bürgermeisterwahl bringen.

Altbach - Knapp ist es zugegangen bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Altbach. Martin und Funk und Martina Fehrlen liegen Kopf und Kopf mit jeweils rund 37 Prozent. André Trippe, der dritte Kandidat, errang 25 Prozent. Mit diesem Ergebnis ist klar: Es gibt einen zweiten Wahlgang in drei Wochen, am 3. Dezember. Dann wird die einfache Mehrheit entscheiden. Im ersten Wahlgang hätte einer der drei Kandidaten mehr als 50 Prozent haben müssen, um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Bei dem denkbar knappen Ergebnis jetzt dürfte es in drei Wochen auf jede Stimme ankommen.

Bereits um 18.30 Uhr stand das Wahlergebnis fest

Die Altbacher waren am Sonntag rekordverdächtig schnell bereits gegen 18.30 Uhr mit dem Auszählen fertig gewesen. Anschließend konnte der noch amtierende Bürgermeister Wolfgang Benignus das genaue Ergebnis bekannt geben: Auf Martin Funk entfielen auf die zweite Kommastelle gerundet 37,2 Prozent aller Stimmen, auf Martina Fehrlen 36,9 Prozent und auf André Trippe 25,0 Prozent aller Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 49, 1 Prozent. Wahlberechtigt waren 4425 Altbacher. Das Recht auf Briefwahl hatten 502 Bürger in Anspruch genommen.

Gegen 18 Uhr hatten die Wahllokale geschlossen, und die ersten Altbacher Bürger kamen ins Foyer des alten Rathauses, um die Ergebnisse zu erfahren. Mitglieder des Gemeinderates waren da und Honoratioren, kurz nach 18 Uhr kamen auch Martin Funk mit seiner Lebensgefährtin und Martina Fehrlen mit Familie.

In den nächsten drei Wochen will Funk weiter das Gespräch mit dem Bürger suchen. Er verwies noch einmal auf seine Stärken, auf seine Erfahrung im Amt und auf seine Politik, in der nichts versprochen werde, was er nicht halten könne. Auch Martina Fehrlen will mit „vollem Engagement in den Wahlkampf gehen“. Sie will noch einmal einen Bürgerdialog veranstalten und dort das Gespräch suchen. Auf alle Fälle will sie erreichen, dass die Wahlbeteiligung das nächste Mal höher wird.

Trippe will sich am Montag entscheiden

André Trippe kam an diesem Abend als letzter der Kandidaten gegen 19 Uhr ins Foyer. „Ich habe das Ergebnis online verfolgt“, sagte er. Ob er seine Kandidatur zurückziehen wolle oder weiter machen, das wisse er noch nicht. Er wolle über diese Entscheidung erst einmal eine Nacht schlafen, sagte er am Sonntagabend.

Damit bleibt also offen, ob das Kandidatentrio auch in drei Wochen vollzählig zur Wahl stehen wird. Der 27-jährige André Trippe (parteilos) ist Veranstaltungsmanager in Denkendorf, der 34-jährige Martin Funk (SPD) ist Bürgermeister in Ohmden und die 39-jährige Martina Fehrlen (CDU) ist Geschäftsführerin des Instituts für Weiterbildung der Hochschule Esslingen.

Am gelassensten nahm der noch amtierende Bürgermeister Wolfgang Benignus das Wahlergebnis am Sonntagabend auf. Er hat sechzehn Jahre lang, also über zwei Amtsperioden, die Geschicke der Verwaltung und der Kommune geleitet. Am 31. Dezember wird seine Amtszeit offiziell enden, dann will er sich mehr um seine Familie und das Enkelkind kümmern – und um manche „Projekte, die immer zurückstehen mussten“, weil das Amt des Bürgermeisters an erster Stelle gekommen sei.

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