Rund 6100 Wahlberechtigte sind am Sonntag zum Urnengang aufgerufen. Foto: Ines Rudel

ie Spannung auf dem Schurwald steigt. Am Sonntag wählen die Aichwalder einen neuen Bürgermeister.

Aichwald - Zur Zeit bereitet sich die Aichwalder Verwaltung auf den Wahltag am Sonntag vor. Dass es eine Entscheidung gibt, damit rechnet in der 7700-Seelen-Gemeinde wenige. Zuviele Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen, acht Männer und eine Frau. Immerhin, der Wahlkampf war fair und hat nicht für Schlagzeilen gesorgt. Am auffälligsten war die Kandidatenvorstellung in der Schurwaldhalle. Hier war beinahe jeder fünfte der 6100 Wahlberechtigten gekommen, um die Kandidaten auf dem Podium der „Eßlinger Zeitung“ zu sehen.

Das Ergebnis kommt spätestens um 19 Uhr

Die Wahllokale werden am Sonntag, 17. März, um 18 Uhr schließen, danach wird ausgezählt. Die Ergebnisse kann man sich im Rathaus life ansehen. Der Hauptamtsleiter Stefan Felchle rechnet damit, dass das Ergebnis zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr feststehen wird. Sollte ein Kandidat mehr als 50 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen, dann gilt er als gewählt. Wenn nicht, dann wird es einen zweiten Wahlgang geben, der am 31. März ausgetragen wird. An diesem Tag wird es einen definitiven Sieger und einen Nachfolger von Nicolas Fink geben, denn dann gewinnt der Kandidat mit der einfachen Mehrheit.

Nicolas Fink war zwölf Jahre lang Bürgermeister in Aichwald gewesen. In seine Ägide fiel die Diskussion um die Windkraft in Aichwald, der er nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber stand, doch pochte er darauf, dass Grenzwerte und Abstände eingehalten würden. Ein wichtiger Deal war das Ärztehaus in Schanbach, mit dem die medizinische Versorgung auf dem Schurwald entscheidend verbessert wurde. Fink war es auch erstmals gelungen, eine Busverbindung ins Remstal ins Leben zu rufen. Er hat sich für die Rathäuser in den Ortsteilen stark gemacht und ein Jugendhaus gebaut mit integrierter Sternwarte. Nicolas Fink hatte den Chefsessel zu Beginn des Jahres geräumt, um der Nachfolger von Wolfgang Drexler (SPD) zu werden, der aus Altersgründen aus dem Landtag ausschied.

Gemeinde ist ländlich geprägt

Fünf Dörfer umfasst die Kommune Aichwald, die die zwischen dem Remstal und dem Neckartal liegt. Das sind Lobenrot und Aichelberg im Norden und Krummhardt, Schanbach und Aichschieß im Süden. Die Gemeinde Aichwald ist durchaus ländlich geprägt, auch wenn die Land- und die Forstwirtschaft keine dominierende Rolle mehr spielen. Mittelständische Betriebe bieten dort die Arbeitsplätze, einer der ältesten und bekanntesten Betriebe ist die „Rehm-Wurst“ vom Schurwald im Ortsteil Aichschieß.

Viele Aichwalder pendeln, die meisten ins Neckartal. Überregional bekannt ist Aichwald durch zwei Veranstaltungen. Zum einen das Motocross-Turnier, das es seit vielen Jahrzehnten gibt, dieses Jahr wird es von 19. bis 21. Juli abgehalten. Zum anderen das Musikfestival Goldgelb, das dieses Jahr vom 15. bis zum 19. August gefeiert wird.

Nachdem sich lange Zeit überhaupt kein Bewerber für die Nachfolge von Nicolas Fink gefunden hat, war das Kandidaten-Karussell erst kurz vor Bewerbungsschluss in Fahrt geraten. Beworben hatten sich der 53-jährige Aichtaler Bürgermeister Lorenz Kruß, sowie der 34-jährige Andreas Jarolim aus Esslingen, der Konzessionsmanager bei der Netze Baden-Württemberg ist. Der dritte Bewerber war der Aichwalder Zollbeamte Michael Reinhardt.

Die einzige Frau ist Ilona Maier aus Höchenschwand bei St. Blasien im Südschwarzwald. Kurz vor Bewerbungsschluss haben sich der Elektronikingenieur Thomas Reiser beworben, sowie der Betriebswirt Michael Hallwachs. Für eine Kandidatur entschieden haben sich auch der Reifenhändler Marc Oliver Schweizer und der Lehrer Matthias Fuhrmann. Der 41-jährige Michal Wild zählt auch zur Riege der Kandidaten. Er ist von Beruf Entwicklungsingenieur bei Porsche und wohnt im Ortsteil Aichelberg.

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