Auf der Autobahn 8 wird der Seitenstreifen bereits als Fahrstreifen genutzt. Künftig wird das auch auf der A 81 zwischen Zuffenhausen und Ludwigsburg-Süd möglich sein. Foto: dpa/Marijan Murat

Autofahrer zwischen Zuffenhausen und Ludwigsburg-Süd können wohl schon zum Ende des Jahres auf einen vierten Fahrstreifen ausweichen. Doch vorher sind Brückenarbeiten nötig.

Kreis Ludwigsburg - Auf der Autobahn 8 zwischen dem Stuttgarter Kreuz und Möhringen gibt es sie schon: Seitenstreifen, die bei hohem Verkehrsaufkommen befahrbar sind. Nun werden solche Streifen auch auf der A 81 zwischen Zuffenhausen und Ludwigsburg-Süd vorbereitet. Gegen Jahresende sollen sie einsatzbereit sein.

An diesem Montag, 4. Mai, haben die Bauarbeiten auf der A 81 begonnen. Wie das Stuttgarter Regierungspräsidium (RP) mitteilt, werden in den kommenden Jahren an vier Brücken zwischen den Anschlussstellen Stuttgart-Zuffenhausen und Ludwigsburg-Süd die Voraussetzungen für die sogenannte temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) geschaffen. Dadurch können die Standstreifen künftig als jeweils vierte Spur in beide Fahrtrichtungen für den Verkehr geöffnet werden. Auf diese Weise sollen sie insbesondere in den Hauptverkehrszeiten Staus verhindern oder zumindest entzerren. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis September 2020. Die Kosten trägt der Bund. Dem Regierungspräsidium zufolge belaufen sie sich auf rund 900 000 Euro.

Belastung der Brücken nimmt zu

Die Maßnahmen hat das Regierungspräsidium in verschiedene Bauphasen unterteilt. In der ersten Phase stehen Arbeiten an der Brücke zur Unterführung des Stammheimer Wegs bei Münchingen an der Anschlussstelle Zuffenhausen an. Ziel ist, die Fahrbahn auf dem Bauwerk zu verbreitern. Dafür werden die sogenannten Brückenkappen, die nichtbefahrenen Ränder, verschmälert. Außerdem wird die Lärmschutzwand auf der Westseite erneuert. Die drei Fahrspuren bleiben in beiden Fahrtrichtungen offen, allerdings wird der Beschleunigungsstreifen in Fahrtrichtung Heilbronn von zwei Spuren auf eine verengt, außerdem wird der Streifen zum Ausfädeln in Richtung Singen verkürzt.

Die beiden Brücken in Eglosheim und Möglingen wiederum sind bereits breit genug, werden aber in den weiteren Bauphasen „baulich ertüchtigt“, wie es Andreas Klein nennt, der Leiter des Baureferats West am Stuttgarter Regierungspräsidium. Hintergrund ist, dass die Last durch den Verkehr auf den Brücken künftig zunehmen wird – insbesondere auf den Seitenstreifen, auf denen dann auch Lastwagen fahren. Deshalb verstärkt man bei beiden Brücken die sogenannte Überbauplatte. „Es werden von unten her Stahlträger eingezogen“, erklärt Klein. Der Verkehr werde davon nicht beeinträchtigt. Dazu kommen Instandsetzungsarbeiten am Brückenbauwerk und am Feldweg an der Kornwestheimer Höhe bei Möglingen – auch diese wirken sich nicht auf den Verkehr auf der A 81 aus. Für Fußgänger, Radler oder Landwirte haben die Bauarbeiten an den vier Brücken aber sehr wohl Folgen: Die Feldwege werden gesperrt, das Regierungspräsidium verspricht Umleitungen.

Autobahnen werden mit Kameras überwacht

Ob der Seitenstreifen freigegeben ist, wird Autofahrern auf Schildern über der Autobahn angezeigt. Sobald ein Streifen offen ist, sind Fahrer laut Klein verpflichtet, ihn auch zu nutzen. Die Autobahnen werden mit Kameras überwacht. „Bevor er einen Streifen freigibt, guckt der Operator am Bildschirm, ob er frei ist“, sagt Klein. „So kann er reagieren, wenn es Unfälle gibt oder der Betriebsdienst im Einsatz ist.“

Nach Angaben der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg kann die TSF die Verkehrskapazität eines Streckenabschnitts um bis zu 25 Prozent erhöhen. Sie gilt als vergleichsweise schnelles und kostengünstiges Mittel, um den Verkehr flüssiger zu machen.

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