Peaches ist mehr als nur ein Gast. Foto: dpa

Sieg nach Punk und Punkten: Zum ersten Mal nach 23 Jahren arbeiten Ballett, Schauspiel und Oper zusammen – mit Peaches, dem Elektroclashimport aus Toronto. Und das Stuttgarter Publikum feiert die „Todsünden“-Inszenierung ordentlich.

Stuttgart - Vier Sänger, eine Balletttänzerin, ein Balletttänzer, eine Schauspielerin und – Peaches: Elektroclashimport aus Toronto für die Dreispartenproduktion der Stuttgarter Oper, des Schauspiels und des Balletts rund um „Die sieben Todsünden“. Doch ist Peaches mehr als nur Gast: nämlich integraler Bestandteil sowohl des Brecht/Weill- Abschnitts dieses Abends, wie auch Performerin in eigener feministischer Sache. Weill/Brecht und den Abschnitt mit Peaches-Songs bis hin zu „Fuck the Pain away“ verbindet ein kleiner diskursiver Abschnitt („King Kong Theorie“ von Virginie Despentes), das Ende wird gesetzt durch Charles Ives‘ choralartiger Komposition „The Unanswered Question“.

Sieg nach Punk und Punkten

Die Regisseurin Anne-Sophie Mahler bannt die Handlung in einem Boxring, der hernach in den Bühnenhimmel gehoben wird, um die Bühne frei zu machen für Peaches. Louis Stiens choreografiert mehr als nur einen Kampf, für den sich Anne-Sophie Mahler, wiederum Peaches und Melinda Witham nach allen Regeln der Kunst querlegen und hergeben. Trotz eines weitgehend überraschungsfreien, aber in groben Zügen die „Todsünden“ von vor fast hundert Jahren eigenwillig spiegelnden Peaches-Teil, ist es am Ende ein Sieg nach Punk und Punkten und wird ordentlich gefeiert vom Publikum im Stuttgarter Schauspielhaus. Später mehr.

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