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Die Böblinger SPD-Fraktion lädt alle Interessierten zu einer Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Hospizes ein. Der Fraktionschef Florian Wahl erläutert die Beweggründe.

Böblingen - Die SPD-Fraktion des Böblinger Gemeinderats startet eine Initiative zur Gründung eines Hospizes in der Stadt. Auftakt soll am Dienstag, 2. Mai, sein. Der Fraktionschef Florian Wahl erläutert die Beweggründe.

Herr Wahl, warum braucht Böblingen ein Hospiz?
Wir haben nur ein Hospiz im Landkreis: das in Leonberg mit etwa 20 Plätzen. Das reicht bei Weitem nicht aus. Es gibt lange Wartelisten. Das Tragische ist, dass viele Menschen es nicht mehr erleben, dort einzuziehen. Wir als SPD-Fraktion sehen es als unsere Aufgabe an, eine Initiative für die Schaffung einer solchen Einrichtung in Böblingen zu gründen. Das soll aber nicht parteigebunden sein. Es haben sich schon Gemeinderäte aller Fraktionen angemeldet, auch aus Sindelfingen und Böblingen. Hinzu kommen Vertreter der Kirchen und der Oberbürgermeister Wolfgang Lützner. Der hatte die Schaffung eins Hospizes bereits vor acht Jahren in seinem Wahlprogramm. Wir finden, jetzt wird es Zeit, das anzugehen.
Warum gerade jetzt?
Den Ausschlag dazu hat Erhard Groß gegeben, unser langjähriger SPD-Ortsvereinsvorsitzender von Böblingen. Dieser hat seine Frau gepflegt, die im vergangenen Jahr im Leonberger Hospiz gestorben ist. Seitdem hat er das Thema Hospiz in jeder unserer Sitzungen wieder vorgebracht. Das war ihm sehr wichtig. Wir haben es aufgegriffen – in meiner Haushaltsrede im März. Während der Vorbereitungen für die Initiativgründung ist er dann ganz überraschend gestorben – im Alter von 61 Jahren. Jetzt fühlen wir nicht nur eine politische, sondern auch eine persönliche Verpflichtung, das Hospiz voranzubringen.
Planen Sie eine Vereinsgründung für die Trägerschaft des Hospizes?
Das ist eine Möglichkeit. Andere Varianten sind, dass die Stadt die Verantwortung übernimmt oder auch die Kirchen. Wie gesagt, wir stehen ja ganz am Anfang und wollen das ganze Projekt gemeinsam mit allen Akteuren planen.
Wie soll das finanziert werden?
Hospize haben eine komplexe Finanzierung. Das Land gibt einen einmaligen Zuschuss. Die Pflege wird von den Krankenkassen und Pflegekassen gezahlt. Aber natürlich sind solche Projekte auch auf Spenden angewiesen – und auf das Engagement von Ehrenamtlichen.
Ist das Hospiz nur für Böblinger?
Wir sehen, dass eines in unserer Stadt fehlt. Aber man kann ein solches Projekt nicht ohne die Umgebung machen. Auch dort ist die Resonanz groß. Welche Stadt da am Ende den Hut aufhat, das ist zweitrangig.
Wie lange rechnen Sie bis zur Eröffnung?
Wenn wir es in zwei Jahren schaffen, sind wir gut dabei.
Der Auftakt ist am Dienstag, 2. Mai, in der SPD-Kreisgeschäftsstelle, Sindelfinger Straße 8. Um 18.30 Uhr geht es los.
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