Der Aufruf zum Streik trifft Amazon zur umsatzstärksten Zeit des Jahres. Foto: AFP/David Becker

Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter bei Amazon zum Streik aufgerufen – pünktlich zur Schnäppchenjagd an Black Friday und Cyber Monday. Wie wirkt sich das auf die Bestellungen aus?

Stuttgart - Streik an den umsatzstärksten Tagen des Jahres: In den Amazon-Vertriebszentren in Leipzig, Bad Hersfeld, Werne und Rheinberg haben einige Mitarbeiter am Montag erneut die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik bei dem Online-Versandhändler bis Dienstagabend aufgerufen.

Der so genannte Cyber Monday zählt zusammen mit dem Black Friday zu den umsatzstärksten Tagen des Jahres. Sowohl Einzelhändler und Online-Kaufhäuser wie Amazon werben in der Zeit direkt im Anschluss an Thanksgiving mit Rabatten um die Kunden. Die Angebotsaktion läutet das ertragreiche Weihnachtsgeschäft ein und kommt ursprünglich aus den USA. Die Marketing-Begriffe werden seit ein paar Jahren auch in Deutschland von zahlreichen Händlern übernommen.

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Wie viele Mitarbeiter dem Aufruf gefolgt sind, ist bisher noch unklar. Ein Verdi-Sprecher teilte am Montagmorgen mit, dass man noch keine genauen Angaben machen könne. Allerdings zeigten erste Rückmeldungen auf die Beteiligung, „dass sie hoch sein dürfte“.

Pakete kommen laut Amazon pünktlich an

Mit Verzögerungen bei den Bestellungen rechnet Amazon offenbar nicht. Ein Amazon-Sprecher teilte unserer Redaktion auf Anfrage mit, dass man dem Streikaufruf gelassen entgegensehe. Die Beteiligung sei sehr gering. „Auswirkungen gibt es keine, die Pakete kommen pünktlich zu den Kunden“, sagte der Sprecher am Montagmorgen. Der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeite ganz normal.

Verdi hatte von Donnerstag an zu „stillen Streiks“ aufgerufen. Aufgrund der Corona-Pandemie waren Streikende nicht zu Protestaktionen auf dem Werksgelände erschienen. Die Ziele der Streiks seien, dass Amazon die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels und den Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit“ anerkennt.

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Die Forderungen von Verdi kann man bei Amazon offenbar nicht nachvollziehen. „Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region“, teilt der Sprecher mit.

Amazon betreibt in Deutschland nach eigenen Angaben 15 Logistikzentren an 14 Standorten mit rund 16.000 festangestellten Beschäftigten. Im Südwesten hatte es keine Streiks gegeben. Das Logistikzentrum in Pforzheim war nicht betroffen.

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