Der Kasperl weist Kinder künftig auf einer Augsburger Ampel den Weg. Foto: dpa

Jeden Tag erreichen uns Meldungen ohne Sinn und Verstand. Eine davon wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: Puppenkisten-Star Kasperl gibt es nun auch als Ampel-Motiv.

Augsburg - Tri-tra-trulala, Tri-tra-trulala, das Kasperle ist wieder da! Diesmal allerdings nicht auf der Bühne der Augsburger Puppenkiste, sondern auf einer Ampel. In Augsburg wird es künftig eine Fußgängerampel mit einem grünen Kasperl statt eines gehenden Mannes geben und zwar ganz in der Nähe der Augsburger Puppenkiste. Die Idee hatte der Augsburger Fernsehsender atv, Auslöser war die Mainzelmännchen-Ampel in Mainz. Die Mitarbeiter des Regionalsenders waren der Ansicht, dass der Kasperl aus dem schwäbischen Marionettentheater mindestens genauso bekannt sei wie Anton, Det, Berti oder Conni. Und da haben sie auch völlig recht. Die Behörden und die Bevölkerung sahen das genauso, und nun darf der Kasperl endlich an die frische Luft.

In Bamberg wird derweil überlegt, eine Sams-Ampel zu installieren, weil der Kinderbuch-Autor und Sams-Schöpfer Paul Maar in der oberfränkischen Stadt lebt. In Stuttgart ist die Forderung nach einer Ampel mit den SWR-Figuren Äffle und Pferdle dagegen am Widerstand der Kommune gescheitert. Die Stadt befürchtet im Falle eines Unfalls in Haftung genommen zu werden.

Die Kindheit ist vorbei, wenn man bei der Augsburger Puppenkiste die Fäden sieht, heißt es. Das scheint in Stuttgart der Fall zu sein. Wie es geht, zeigen nun eben die Augsburger: Statt Bedenken zu äußern wurden Lösungen gesucht. Und statt Fäden zu sehen, wurde eine Idee geboren. Bei Rot erscheint auch in Zukunft das herkömmliche, stehende Männchen. Dies sei aus Sicherheitsgründen selbst bei der Kasperl-Ampel nötig, betont die Stadtverwaltung. Und ein roter Kasperl, der einem etwas verbietet, würde sich ja auch irgendwie falsch anfühlen. In diesem Sinne: Auf geht’s, Stuttgart!

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