Die Museumsleiterin Steffi Cornelius und die Finanzdezernentin des Landkreises, Monika Dostal, löffeln aus, was die Museumspädagogin Tabea Schmauder (von links) angerührt hat. Der Genuss steht im Mittelpunkt der neuen Saison im Freilichtmuseum Beuren. Foto: Ines Rudel

Die am Sonntag, 25. März, beginnende neue Saison im Freilichtmuseum Beuren steht ganz im Zeichen des guten Geschmacks. Gleich am Eröffnungstag wird auf den historischen Feuerstellen Leckeres zubereitet – als Vorgeschmack auf den Saisonschwerpunkt, bei dem sich alles um das Genusserlebnis dreht.

Beuren - Noch liegt Schnee zwischen den Häusern, doch am Sonntag, 25. März, wird es im regionalen Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren zur Eröffnung gleich heiß hergehen. „Feuer und Flamme für das Freilichtmuseum“ lautet das Motto, mit dem der Appetit der Besucher auf die kommende Saison geweckt werden soll.

In den historischen Küchen des Museumsdorfes werden am Eröffnungstag von 11 Uhr an die Holzöfen angefacht. Deren Feuer soll nicht nur den Winter am Albtrauf austreiben, sondern die Besucher auch für das Schwerpunktthema des Jahres, den Ausbau des Museums zum Erlebnis- und Genuss-Zentrum, erwärmen. Dabei ist die kulinarische Offensive lediglich ein Vorgeschmack auf den im Jahr 2019 geplanten Umzug des Gartensaals der ehemaligen Gaststätte Wilhelmshöhe aus Geislingen (Kreis Göppingen) nach Beuren. In der dort dann eingebauten Schauküche sollen sich die Besucher das Anliegen des Museums, die fast schon vergessene Sortenvielfalt auf Wiese, Feld und Garten wiederzubeleben, auf der Zunge zergehen lassen.

Ein Viertel der 100 Veranstaltungen sind dem Thema Essen und Genuss gewidmet

Als Vorgeschmack sind dem Thema Essen und Genuss und der Vermittlung von Wissen zu alten Obst- und Gemüsesorten rund ein Viertel der mehr als 100 Veranstaltungen im neuen Museumsprogramm gewidmet. Neben den traditionellen Backtagen und einer Veranstaltungsreihe zur Verarbeitung der im Museumsgarten und auf dem Acker angebauten Kulturpflanzen zeigt eine Sonderausstellung zum Schwäbischen Dickkopf-Landweizen, wie aufwendig die Rettung einer alten Sorte sein kann.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Sonderausstellung „Jüdisches Leben im ländlichen Württemberg“ mit der das Beurener Museum seinen Teil zu der in allen sieben Freilichtmuseen des Landes zu sehenden Präsentation „Anders. Anders? – Ausgrenzung und Integration auf dem Land“ beisteuert. Die Ausstellung, die am 12. Juni eröffnet wird, folgt den vielfältigen Spuren, die jüdische Menschen in der Region hinterlassen haben.

Sonderausstellung zum jüdischen Leben auf dem Dorf

Ebenfalls thematisiert wird das Wiederentstehen der jüdischen Gemeinden nach dem Zweiten Weltkrieg. „Das Thema hat für uns vor dem Hintergrund der Städtepartnerschaft des Landkreises Esslingen mit dem israelischen Givatayim eine besondere Bedeutung“, sagt die Beurener Museumschefin, Steffi Cornelius. Dieser Stellenwert wird im Rahmen von zehn Begleitveranstaltungen dokumentiert.

2017 hatte das Museum in zehn Öffnungsmonaten rund 70 000 Besucher angezogen. Die Zahl dürfte in der laufenden Saison locker übertroffen werden, stehen doch mit den im zweijährigen Rhythmus ausgetragenen Oldtimer-Tagen und der Neuauflage des Ziegentages wieder zwei zugkräftigere Veranstaltungen im Terminkalender. Die Schäfertage, das Museumsfest des Fördervereins, die „Arche des Geschmacks“ und das „Moschtfescht“ vervollständigen die Reihe der Aktionstage.

Um den erhofften Ansturm auch bewältigen zu können, haben die Museumsmacher das Parkplatzangebot rund in den Beurener Herbstwiesen ausgeweitet. Die gerade noch rechtzeitig fertig gewordenen 100 Parkplätze sollen, im Verein mit einer verbesserten Zufahrt, den Parkdruck an den besucherträchtigen Tagen abfedern.

Vielfältiges Osterprogramm

Als regionales Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur und den Alltag der ländlichen Bevölkerung zu erhalten und erlebbar zu machen. Die rund zwei Dutzend Gebäude auf dem Museumsgelände stammen aus den Regionen Mittlerer Neckar und Schwäbische Alb. In und um die historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude wird das Wohnen, Arbeiten und Leben vergangener Tage gezeigt.
Das Museum hat in der Karwoche, an den Osterfeiertagen inklusive des Ostermontags und in den Osterferien durchgehend geöffnet. Am Mittwoch, 28. März, startet das Programm mit einer Aktion für die ganze Familie. Aus Holz können in der Zeit von 13 bis 17 Uhr Osterhasen gebastelt werden. Am Freitag, 30. März, ebenfalls von 13 Uhr an, sind die Kinder beim Ostereierfärben gefragt. Am Samstag, 31. März von 13 bis 17 Uhr und am Ostersonntag, 1. April, von 11 Uhr bis 17 Uhr, zeigt der Zuckerbäcker Ralph Waldmann sein historisches Handwerk in der Pädagogikscheuer. Die süßen Langohren, ob rot oder gelb, werden anschließend zum Verkauf angeboten. Am Ostersonntag lädt das Museum die Kinder von neun Uhr an zur traditionellen Ostereiersuche ein. Bei den Führungen im Familien-Ferien-Programm geht es jeweils dienstags und donnerstags von elf Uhr an auf eine Zeitreise durch Keller und Scheunen. Die Führungen beginnen auf dem Öschelbronner Platz direkt am Eingangsgebäude. Eine besondere Osterattraktion sind die sieben Lämmer, die zwischen Ende Januar und Mitte Februar im Museumsdorf das Licht der Welt erblickt haben.

Am Mittwoch, 28. März, stellt die Autorin Felicitas Wehnert ihr neu im Belser Verlag erschienenes Buch „Unsere Gartenschätze im Südwesten“ vor. Die Lesung mit Bildvortrag beginnt um 11 Uhr im Hopfensaal des Hauses Öschelbronn.

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