Die Warnung wird aktuell in Stuttgart-Sillenbuch verbreitet. Was ist dran? Foto: dpa/Martin Gerten

Aktuell kursieren in Stuttgart-Sillenbuch Whatsapp-Warnungen über falsche Feuermelder-Prüfer. Eine kurze Recherche im Internet zeigt, dass solche Nachrichten ein ganz alter Hut sind.

Sillenbuch - Alles klingt ziemlich dramatisch, und es soll sich um eine Meldung handeln, die auf internen Feuerwehr-Informationen fußt. „Es sind Leute unterwegs, die sich von Haus zu Haus durcharbeiten und kontrollieren wollen, ob die jetzt seit Januar gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden sind“, liest man, und dann die Warnung voller Rechtschreibfehler: „nicht rein lassen und Polizei rufen. ... eine organisierte Verbrechen Bande!!!“ Die Nachricht endet mit der Aufforderung, sie zahlreich zu teilen. Und das tun die Leute in Riedenberg und Sillenbuch offenbar aktuell und verschicken den Aufruf per Whatsapp. In der Facebook-Gruppe Filder-Pinnwand taucht der Text ebenfalls auf.

Bei der Feuerwehr allerdings, von der die Warnung ja stammen soll, ist von der Bedrohung an der Haustür nichts bekannt. Dem Sillenbucher Kommandanten Sebastian Zaiser sagt das Ganze auf Nachfrage nichts. Auch sein Kollege Jan-Steffen Chrobok aus Riedenberg ist ratlos. „Solche Meldungen sind in den vergangenen Jahren ja immer mal wieder aufgekommen, auch wenn ich davon noch nichts in unserem Bezirk mitbekommen habe“, sagt er. Der Polizei ist ebenfalls „aktuell keine Lage gemeldet“, sagt der Sprecher Johannes Freiherr von Gillhausen.

Das ist doch ein ganz alter Hut

Wer den Text bei Google eingibt, merkt schnell, dass das alles ein ganz alter Hut ist. Man hätte drauf kommen können, dass es sich im aktuellen Fall um einen Kettenbrief ohne aktuellen Hintergrund handeln muss, denn in Baden-Württemberg sind Rauchmelder in allen Häusern bereits spätestens seit Anfang 2015 Pflicht, in Neubauten sogar schon seit Mitte 2013. Möglich, dass der Brief aus Thüringen kommt und bis ins Schwäbische weiterverbreitet wurde, denn in diesem Bundesland gilt tatsächlich eine Rauchmelder-Einbaufrist in Bestandsgebäuden seit dem 1. Januar dieses Jahres.

Dass es derartige Betrugsmaschen tatsächlich gibt, ist allerdings Fakt. Scharlatane, die als falsche Polizisten, Handwerker oder Stadtwerke-Mitarbeiter verkleidet an Türen klingeln, um sich Zutritt zu verschaffen, Wertvolles zu klauen oder den Bewohner horrende Rechnungen unterzujubeln, tauchen immer wieder auf – deutschlandweit. Nach Medienberichten scheinen derartige Gaunereien ganz aktuell im Raum Balingen vorzukommen. Der Zollern-Alb-Kurier berichtet von einem Fall, in dem ein Fremder an der Tür einer Frau behauptet habe, jemand zu sein, der „für den Strom zuständig ist“. Der Stuttgarter Polizei-Sprecher empfiehlt, stets wachsam zu sein. Wenn der Verdacht bestehe, dass ein Betrüger vor der Tür stehe, sei es immer ratsam, die Polizei zu rufen und den Fall anzuzeigen.

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