Seit Jahren setzt sich ein Verein dafür ein, dass auf der Filderebene ein Hospiz eröffnet wird. Unterstützung bekommt dieser nun auch von der Big Band Harthausen.
Auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Filderklinik in Bonlanden soll das Filderhospiz entstehen, das steht laut Carola Riehm mittlerweile fest. Die Stadt Filderstadt wird das Areal zur Verfügung stellen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss habe der Gemeinderat im vergangenen Jahr gefasst, berichtet sie. Und sagt: „Das ist ein tolles Grundstück.“ Denn: „Es liegt gegenüber des Pflege-Bildungszentrums, ist von dort zu Fuß zu erreichen.“ Carola Riehm ist Pflegedienstleiterin an der Filderklinik und Vorstandsmitglied des Fördervereins Hospiz auf den Fildern.
Interkonfessionelles Angebot
Der Verein hat sich 2019 gegründet, um ein solches Haus auf den Fildern zu schaffen und damit eine Versorgungslücke zu schließen. Hospize, in denen Menschen auf ihrem letzten Lebensweg bis in den Tod begleitet werden, sind rar gesät. Es gibt sie in Stuttgart und auch in Esslingen, auf der Filderebene bisher noch nicht. Interkonfessionell soll das Angebot sein, anthroposophisch geprägt und sich an Menschen aus der Region richten. Drei Kirchengemeinden werden dort einmal die Seelsorge übernehmen, so der Plan. Acht Betten und acht ambulante Plätze sollen eingerichtet werden. Auf etwa neun Millionen Euro werden die Gesamtkosten mittlerweile geschätzt.
Gespräche mit mehreren Investoren
2025 wollte der Verein eigentlich mit dem Bau des Hospizes auf den Fildern beginnen. „Dieser Zeitpunkt ist leider nicht mehr realistisch“, sagt Carola Riehm. Denn der Verein sucht weiter mit Nachdruck Investoren für das Projekt. „Wir sind mit mehreren Investoren in Gesprächen“, erklärt sie. Bisher gibt es aber noch keine feste Zusage. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat laut Riehm zugesichert, sich in gleichen Teilen zu beteiligen wie Filderstadt. Das würde bedeuten, dass die Kommune just jene Summe beisteuert, die das Grundstück, welches von Filderstadt zur Verfügung gestellt wird, wert ist. „Wir sind in guten Gesprächen mit dem Förderverein“, sagt Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell dazu. Einen Beschluss des Gemeinderates gebe es dazu allerdings noch nicht.
Der Förderverein ist auch in Kontakt mit Neuhausen, Ostfildern und Aichtal und hofft, dass auch von dort finanzielle Unterstützung kommt. Er geht davon aus, dass bereits für die Vorplanungen hohe Kosten im fünfstelligen Bereich zusammenkommen. Der Verein soll in einer Trägerstruktur des Hospizes eine wesentliche Rolle spielen. Um den Bau zu realisieren, sei es notwendig, dass er weiter Stammkapital sammelt, erklärt sie.
Idee wurde vor zwei Jahren geboren
Unterstützung bietet derweil auch die Big Band Harthausen und deren Dirigent Matthias Rohrsen an. Vor zwei Jahren wurde die Idee geboren, ein Benefizkonzert für das Hospiz zu veranstalten. Nun steht der konkrete Termin dafür fest: Am Samstag, 27. April, wird die Band in der Filharmonie spielen. Beginn ist um 19.30 Uhr.
„Wenn alle Karten verkauft werden, rechnen wir mit einem Reinerlös von rund 6000 Euro“, sagt Carola Riehm. Eine Summe, die der Förderverein sehr gut gebrauchen kann. Die Hospizvereine Filderstadt und die Hospizgruppe Leinfelden-Echterdingen unterstützen den Verein, um für das Konzert zu werben. „Sie werden auch für die Angebote im zukünftigen Hospiz eine wesentliche Rolle spielen“, sagt Riehm.
Erfahrungen mit einem Benefizkonzert hat die Band 2016 gemacht, berichtet Dirigent Matthias Rohrsen, als die Musiker mit einem Auftritt Geld für eine Gemeinde bei Heilbronn gesammelt hatten, die damals von einem Hochwasser schwer betroffen war. Karten für das Konzert kosten 15 Euro. Der Vorverkauf läuft Mitte März an. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Adresse www.bigband-harthausen. de/vvk im Netz.