Am Pragsattel wird fleißig gebaut. Das Skyline ist schon eingeweiht. Foto: Archiv geo

In der Zeitstufenliste Wohnen wird viel Bau-Potenzial gesehen.

Stuttgart - Wohnraum ist in Stuttgart knapp und teuer. Vor allem Familien mit Kindern und Geringverdiener tun sich schwer, eine geeignete und bezahlbare Bleibe zu finden. Das Problem ist nicht neu. Gemeinderat, Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Fritz Kuhn haben ein Konzept erarbeitet und verabschiedet, mit dem der Missstand zwar nicht behoben, aber zumindest gelindert werden soll.

Das Ziel ist, jährlich 1800 neue Wohnungen zu schaffen – 300 im sozialen Wohnungsbau, 100 als Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher, 100 im preiswerten Wohneigentum und 100 im Familienbauprogramm. Ob die Pläne realisiert werden können, zeigt die Zeitstufenliste Wohnen. Alle zwei Jahre wird sie aktualisiert. Vor wenigen Tagen wurden die Stadträte auf den neuesten Stand gebracht. „Die angestrebte Zielzahl von durchschnittlich 1800 Wohneinheiten pro Jahr wird bis 2029 erreicht und in einer Weise übertroffen, dass sogar der vom statistischen Amt im Wohnungsmarktbericht 2019 als wahrscheinlich prognostizierte Bedarf von 2000 Wohneinheiten pro Jahr abgedeckt wird“, heißt es in einer Vorlage an den Gemeinderat.

Kurzfristig – also bis 2021 – würden in der Landeshauptstadt 4797 neue Wohnungen entstehen. Vor allem in Feuerbach tut sich da etwas. Aktuell wird an der City Prag schon fleißig gebaut. Rund ums Theaterhaus und die Maybachstraße werden rund 540 neue Wohnungen geschaffen. Schon etwas weiter ist man im Stuttgarter Westen. Durch die Verlagerung des Olgahospitals im Jahr 2014 wurde mit rund 16 400 Quadratmeter eine der größten Entwicklungsflächen der Stadt frei. Auf vier Baufeldern sind 224 Wohnungen entstanden.

In Stuttgart-Nord ist einiges in Planung

In Stuttgart-Nord ist die ehemalige Fläche des Autohauses Opel Staiger an der Nordbahnhofstraße in den Fokus gerückt. 340 neue Wohnungen sollen insgesamt dort gebaut werden – noch in diesem Jahr. Auf dem Grundstück des Bürgerhospitals möchte die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) 510 Wohnungen bereitstellen. Bis 2021 sollen an der Türlen- und Tunzhofer Straße 147 Wohneinheiten fertig werden. Weitere 43 sollen bis zum Jahr 2023 folgen, ehe dann spätestens 2029 die restlichen Wohneinheiten eingeweiht werden sollen. Der Bau-Boom in Stuttgart-Nord ist damit aber noch nicht vorbei. Bis 2021 werden auch auf dem Grundstück des Mediaforums an der Nordbahnhof-/und Rosensteinstraße 400 neue Wohnungen gebaut. 200 weitere kommen in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem ehemaligen Südmilch-Areal dazu. Und auch dort, wo bis vor kurzem noch Flüchtlinge in Containern untergekommen sind, wird gebaut. An der Roten Wand, Am Kochenhof, entstehen bis 2021 insgesamt 118 neue Wohnungen.

In Bad Cannstatt sind die Augen unter anderem auf das neue Wohn- und Arbeitsstättengebiet im Neckarpark gerichtet. Etwa 850 Wohnungen sind geplant. Die Verwaltung versteht das Gebiet für rund 2000 Einwohner sowie diversen Arbeitsstätten als „Blaupause“ für die Entwicklung der künftigen Rosensteinviertel im S-21-Gebiet – und als Gegenstück zum Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof, das den Auftakt zum städtebaulichen Projekt S 21 bildete.

Große Wohnbauprojekte sind auch in Feuerbach auf dem ehemaligen Schoch-Areal geplant (165 Wohnungen bis 2023), im Gebiet Langenäcker-Wiesert in Stammheim (etwa 320 Wohnungen bis 2021), auf dem EnBW-Grundstück an der Stöckachstraße in Stuttgart-Ost (600 Wohnungen bis 2023), an der Böckinger Straße in Zuffenhausen (300 Wohnungen bis 2023) und im Gebiet Schafhaus in Mühlhausen (450 Wohnungen bis 2029).

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