Tülay Schmid,ihres Zeichens Patin des Fildertunnels, waltet ihres Amtes. Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb

Wenn er fertig ist, wird der Fildertunnel der drittlängste Deutschlands sein. Am Donnerstag wurde der Startschuss gegeben. Mit dabei waren außer zahlreicher Projektgegner auch Stuttgarts grüner OB Fritz Kuhn und Tunnelpatin Tülay Schmid.

Wenn er fertig ist, wird der Fildertunnel der drittlängste Deutschlands sein. Am Donnerstag wurde der Startschuss gegeben. Mit dabei waren außer zahlreicher Projektgegner auch Stuttgarts grüner OB Fritz Kuhn und Tunnelpatin Tülay Schmid.

Stuttgart - Die Arbeiten an dem Fildertunnel für das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21 haben offiziell begonnen. Tülay Schmid, die Frau von Finanzminister Nils Schmid (SPD), gab als Patin am Donnerstag den Startschuss. „Der Fildertunnel soll nicht nur den Flughafen mit der Landeshauptstadt, sondern auch die Menschen in unserem Land wieder verbinden“, sagte Schmid mit Blick auf die Konflikte rund um das milliardenteure Projekt am Donnerstag in Stuttgart.

Erstmals besuchte Stuttgarts grüner Oberbürgermeister Fritz Kuhn eine Stuttgart-21-Baustelle. Der erklärte Kritiker des Vorhabens sagte: „Die Stadt ist immer noch gespalten.“ Seine Aufgabe sei es, dies zu überwinden, auch wenn er seit langem nicht von dem Projekt überzeugt sei. Er betonte aber: „Die Demokratie lebt von der Mehrheitsregel.“ Und im Landtag und bei der Volksabstimmung habe Stuttgart 21 die Mehrheit erreicht. Etwa 50 Stuttgart-21-Gegner protestierten mit Transparenten gegen das „Milliardengrab“ und warben für den Erhalt des bestehenden Kopfbahnhofes.

Tülay Schmid vertritt Heilige Barbara

Eine 120 Meter lange Tunnelbohrmaschine soll die zwei Röhren zwischen dem Landesflughafen und dem geplanten Stuttgart-21-Tiefbahnhof vorantreiben. Der Tunnel ist mit einer Länge von 9,5 Kilometern der größte des Gesamtprojektes und der drittlängste Deutschlands. Schmid soll als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Tunnelbauarbeiter, dienen. Auf die Initiative ihres Mannes ging die Volksabstimmung zum Weiterbau von Stuttgart 21 zurück.

Insgesamt umfasst Stuttgart 21 rund 33 Kilometer Tunnelstrecke. Die Bahn beziffert den Auftrag für den Fildertunnel und einen daraus abzweigenden Tunnel auf zusammen 700 Millionen Euro. Das Bauwerk soll 2019 fertig sein. Nächster großer Meilenstein für das bis zu 6,5 Milliarden Euro teure Projekt ist der Anstich der unterirdischen Durchgangsstation am 5. August.

Bahnchef Rüdiger Grube hob die Vorteile der neuen Verkehrsdrehscheibe auf der Hochebene nahe der Landeshauptstadt hervor, die Flug-, Schienen- und Straßenverkehr miteinander verknüpfe und für Entlastung der Autobahn 8 sorge. Infolgedessen erwarte er mehr Arbeitsplätze und zwei Millionen mehr Bahnkunden pro Jahr. Der Fildertunnel liege voll im Kosten- und Zeitplan. Er berichtete von einer Klimaverbesserung zwischen den Projektpartnern, aber es sei immer noch wichtig, „dass alle an einem Strang ziehen - in eine Richtung.“

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