Im Spätsommer sollen knapp 200 Mitarbeiter ihren Dienst nach der Modernisierung des Geländes an der Gingener Straße verrichten. Alles mit Rücksicht auf die Anwohner.
Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) der Landeshauptstadt stellt sich neu auf. In den kommenden Jahren sollen gleich vier Standorte weiterentwickelt werden. Neben Degerloch, der Zentrale an der Heinrich-Baumann-Straße sowie an der Burgholzstraße in Münster zeichnet sich der erste Schritt auf dem 12 000 Quadratmeter großen Betriebshof in Wangen ab. Im Spätsommer dieses Jahres soll der rund 26 Millionen Euro teure Neubau in Betrieb gehen.
Carport für 45 Müllfahrzeuge
Die Konturen der beiden großen Neubauten auf dem Gelände an der Gingener Straße sind bereits deutlich erkennbar, „obwohl wir etwas im Verzug sind“, gesteht der AWS-Projektleiter Roland Witzigmann. Eigentlich hätte der Neubau bereits im Frühjahr fertiggestellt werden sollen. Aber die Corona-Pandemie und Lieferschwierigkeiten durch den Ukraine-Krieg hätten dies verhindert. Und für eine Preissteigerung um rund 4,5 Millionen Euro gesorgt.
In Zukunft sollen in Wangen knapp 200 AWS-Mitarbeiter ihren Dienst versehen. Der mehr als 2500 Quadratmeter große Carport bietet Platz für insgesamt 45 Müllfahrzeuge. 15 Stellplätze werden mit einer elektrischen Ladestation ausgestattet, eine Nachrüstung ist für 30 weitere möglich. Schließlich „sollen langfristig 70 Prozent aller AWS-Fahrzeuge auf elektrischen Antrieb umgestellt werden“, sagt Witzigmann. Im zweistöckigen Verwaltungsgebäude sind auf 2200 Quadratmetern neben Büros auch die Kantine, Sozialräume sowie Flächen für das Tiefbauamt untergebracht. Bewusst wurden die Gebäude in Holz-Hybrid-Bauweise mit einem Gerüst aus Stahlbeton erstellt. Zum einen um die Vorgaben hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Stadt zu erfüllen, zum anderen „um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen“. Auf dem ansonsten begrünten Dach ist zudem eine große Photovoltaikanlage aufgestellt.
Die Abfahrt erfolgt ausschließlich über den Autohof
Ein Winterdienst ist an der Gingener Straße nicht stationiert. Dies gilt als Zugeständnis an die Anwohner, die nächtlichen Lärm befürchteten. „Die Zu- und Abfahrt erfolgt ausschließlich über den benachbarten Autohof und nicht durch das Wohngebiet“, betont Witzigmann. Die Stellplätze für die Mitarbeiter sind zudem ausschließlich auf dem Gelände untergebracht. Generell soll Lärm in der Nacht oder am Wochenende nahezu komplett ausgeschlossen werden. „In der Regel beginnt der Dienst für die Müllabfuhr um 6.30 Uhr und endet spätestens um 17 Uhr“, erklärt Witzigmann. An Samstagen müsse nur im Anschluss an Feiertagen nachgearbeitet werden – das sei aber lediglich rund zwölf Mal im Jahr der Fall.
Standort in Münster geht erst im Sommer 2025 in Betrieb
Hingegen bis zum Spätsommer 2025 zieht sich die rund 22 Millionen Euro teure Modernisierung des Betriebshofes an der Burgholzstraße in Münster noch hin. Beide sind der Ersatz für den bislang größten AWS-Betriebshof an der Türlenstraße in der Innenstadt. Dort soll nach einem Beschluss des Gemeinderats in Zukunft hochwertiger Wohnungsbau entstehen. Bis es so weit ist, „müssen wir noch einen Ersatzstandort für die Sperrmüllsammlung finden“, so Witzigmann. Er hofft, dass dies bis zum Jahr 2028 der Fall sein wird.
Die AWS lädt für Dienstag, 19. März, von 16 bis 19 Uhr zu einer Bürgerinfo auf den Betriebshof Wangen, Gingener Straße 23, ein.