Der Baubeschluss für das neue Funktionshallenbad in Weinstadt stößt bei Schulen und Vereinen auf ein positives Echo.
Schon einmal hat sich Roland Ebner für einen Hallenbad-Neubau stark gemacht. 2010 engagierte er sich in der Bürgerinitiative Pro Bad, damit dieser an Stelle des maroden Cabrio-Bades in Endersbach umgesetzt wird. Doch die Mehrheit beim Bürgerentscheid stimmte dagegen und kippte den damals vom Gemeinderat mit knapper Mehrheit getroffenen Baubeschluss. Letztendlich habe ihn sein damaliges Engagement mit den Freien Wählern in Kontakt gebracht sagt Ebner, der inzwischen selbst im Gemeinderat sitzt. Mit seiner Freude, dass der Gemeinderat nun – mehr als zehn Jahre später – erneut einen Hallenbad-Neubau beschlossen hat und er daran mitwirken konnte, hält Ebner nicht hinter dem Berg. „Ich habe mich gefreut, dafür stimmen zu dürfen.“
Erleichterung bei den Schulen
Sorge, dass es wieder eine Rolle rückwärts beim Hallenbad-Neubau geben könnte, hat er keine. „Das müsste jetzt klappen.“ Schließlich habe dieses Mal eine breite Mehrheit im Gemeinderat dafür gestimmt. Auch sonst sei vieles besser gelaufen als 2009. Zudem sei die Planung zusammen mit den Stadtwerken Weinstadt seriös aufgestellt, es gebe einen Bundeszuschuss von drei Millionen Euro und eine nachhaltige Bauweise nach modernsten Energiestandards. „Die Hausaufgaben wurden gemacht“
Bei den Schulen ist vor allem die Erleichterung groß, erklärt Christine Dalferth, die geschäftsführende Schulleiterin und Rektorin der Vollmarschule: „Wir begrüßen es sehr, dass der Badneubau kommt und wissen das sehr zu schätzen“, dankt sie dem Oberbürgermeister, dem Gemeinderat „und allen, die den Neubau möglich gemacht haben“. Denn bislang gehe es bei der Schwimmbadbelegung eng her. Dabei lasse man mit „einfallsreichen Lösungen und komplizierten Belegungsplänen“ kein sich bietendes Zeitfenster ungenutzt und arbeite zwischen den Schulen zusammen. Wenn etwa eine Klasse eine Projektwoche habe, schaue man, dass eine andere Klasse deren Zeit übernimmt .
Lange Fahrten bis zum Bad
So teilten ihre Förderschule und die Grundschule Strümpfelbach sich das dortige vereinsgeführte Bädle als Notlösung und die weiterführenden Schulen das marode Stiftsbad in Beutelsbach. Ob und inwiefern die Grundschulen in den übrigen Weinstädter Ortsteilen ihren Schülern Schwimmunterricht geben können, darüber habe sie keine Kenntnisse. Eine Nachfrage bei der Silcherschule in Endersbach legt nahe, dass das Angebot eher mau aussieht. Es gebe derzeit keinen Schwimmunterricht erklärt die Rektorin Michaela Schönau für ihre Schule.
Dalferth sieht es mit als Bildungsauftrag, den Schülern das Schwimmen beizubringen. Das neue Hallenbad am Bildungszentrum werde dafür durch die kurzen Wege große Erleichterungen bringen. „Durch die Busfahrten von Endersbach nach Strümpfelbach geht bisher viel Unterrichtszeit verloren.“ Den weiterführenden Schulen biete das geplante 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und Sprunganlage zudem die Möglichkeit, einen anspruchsvolleren Schwimmunterricht anzubieten.
Fokus richtet sich auf Rettungsschwimmer
Auf die Möglichkeiten, die das neue Funktionshallenbad bieten wird, freut sich auch Ellen Kaupp „riesig“. Die Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Remshalden-Weinstadt denkt dabei unter anderem auch an Reha-Sport. Derzeit sei es stets ein Balanceakt die Angebote aufrechtzuerhalten, auch weil das Stiftsbad immer wieder wegen Reparaturen geschlossen ist. Die Schwimmflächen in den Bädern der Umgebung seien ausgebucht. Mit Blick auf die geplante Fertigstellung des neuen Bades 2025 wolle man nun verstärkt Rettungsschwimmer ausbilden, um auch hier personelle Entlastung zu bringen. „Wir sind offen dafür.“
„Unsere Schwimmabteilung hat jetzt wieder eine Perspektive“, sagt Klaus Silbernagel, der Vorsitzende der SG Weinstadt. „Zäh“ habe sie seit der Schließung des Cabriobads 2009 durchgehalten. Zwar könnten die SG-Schwimmer auch heute noch sportliche Erfolge vorweisen. Spuren aber haben die eingeschränkten Trainingsbedingungen dennoch hinterlassen. „Wir haben dadurch Mitglieder verloren.“