Das Badezentrum Sindelfingen muss saniert werden. Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

Der Gemeinderat der Stadt Sindelfingen hat mit knapper Mehrheit entschieden, später auf Grundlage aktueller Kosten zu entscheiden. Ein Baubeschluss für ein Badezentrum mit Saunawelt und Familienbad ist das also mitnichten.

Auch die Vorberatungen in verschiedenen Gremien haben nicht viel geholfen: Beim Thema Sanierung des Sindelfinger Badezentrums ging es auch am Dienstagabend im Gemeinderat noch mal hoch her. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Planung des Multimillionenprojektes für 2,6 Millionen Euro – jeweils 1,3 Millionen für Architekten und Fachplaner – zu vergeben. Besonders aus der Grünen-Fraktion und von der FDP hatte es laute Stimmen gegeben, den Beschlussvorschlag noch einmal zu verändern. So wollten die Grünen keine zusätzlichen Parkplätze planen lassen. Die FDP-Fraktion forderte zudem den Wegfall der Saunawelt und des Wellenbeckens. Letztendlich bekam der Verwaltungsvorschlag dennoch eine knappe Mehrheit.

 

Ein Baubeschluss ist all das wohlgemerkt noch nicht. „Wir müssen jetzt planen, um neue Kosten zu bekommen“, sagte der Erste Bürgermeister, Christian Gangl. Die finalen Beschlüsse seien nach einer Klausurtagung des Gemeinderats im November dann für Dezember geplant. Wie berichtet, muss das Badezentrum in Sindelfingen zumindest saniert werden. Nach der aktuellen Schätzung würde alleine die Generalsanierung der zukünftig als Sportwelt bezeichneten Fläche 23,5 Millionen Euro kosten. Darin enthalten sind laut Entwurf das Sport- und das Springerbecken, ein Lehrschwimmbecken sowie eine Textilsauna, eine Galerie als Ruhe- oder Zuschauerzone, und Geräteräume. Auch der Kraftraum soll saniert werden.

Saunawelt soll Geldverluste mildern

Die Verwaltung hat allerdings vor, das Schwimmbad aufzuwerten, um langfristig die wachsenden, finanziellen Defizite abzumildern. Das soll dadurch erreicht werden, dass das Badezentrum um eine Familienwelt mit einem 400 Quadratmeter großen Wellenbad und mehreren Rutschen sowie einem Bistro erweitert wird. Diese könnte 26,8 Millionen Euro kosten.

Auch eine Saunawelt ist geplant, da diese nach Ansicht der Verwaltung am ehesten schwarze Zahlen schreiben und zudem die Besucher zu längeren Aufenthalten anregen könnte – was den Verzehr ankurbeln würde. Angedacht sind mehrere Saunen inklusive eines Kräuterdampfbads, Erlebnisduschen und Tauchbecken und ein Eisbrunnen. Dazu noch Ruhe- und Leseräume, ein Schlafraum, und ein Saunabistro mit 40 Plätzen.

Zusätzliche Parkplätze und Wellenbad als Streitpunkte

Im Außenbereich der Sauna könnten noch einmal zwei Aufgusssaunen, ein Dampfbad, und ein 200 Quadratmeter großer Naturteich mit Bewegungsbecken entstehen. Zudem sehen die Entwürfe eine Sommerbar und Liegeflächen vor. Die Saunawelt wird aktuell auf neun Millionen Euro geschätzt. „Wir sind der Auffassung, dass diese drei Teile – Sportwelt, Familienwelt und Saunawelt – richtig sind“, sagte Gangl bereits in der vergangenen Woche im Verwaltungs- und Finanzausschuss der Stadt, wo das Thema vorberaten wurde.

Außer dem Bad selbst will sich die Verwaltung noch um zusätzliche Parkplätze kümmern – Kostenpunkt schätzungsweise 7,2 Millionen Euro. Aktuell gibt es 243 Stellplätze für Besucher, von denen je nach Planungsansatz bis zu 40 wegfallen könnten. Ein Verkehrsgutachten fordert mindestens 350 Parkplätze sowie 150 Stellplätze für Fahrräder. Davon gibt es aktuell nur 20. Um die zusätzlichen Parkplätze zu realisieren, könnte eine zusätzliche Etage auf den vorhandenen Parkplatz gesetzt werden.

Auf Anträge aus dem Gremium hin soll in den Planungen jetzt aber auch untersucht werden, was für Auswirkungen es auf die Wirtschaftlichkeit des Badezentrums hätte, wenn die Saunawelt zugunsten einer größeren Familienwelt wegfallen würde. Auch der Wegfall von Wellenbecken oder Außenschwimmbecken soll zur besseren Entscheidung durchgerechnet werden.