Innenminister Reinhold Gall und Beate Bube, Präsidentin des baden-württembergischen Amtes für Verfassungsschutz. Foto: dpa

Latente Gefahr - von bundesweit 4000 Salafisten stammten etwa 500 aus Baden-Württemberg.

Stuttgart - Die radikal-islamischen Salafisten bereiten auch dem Verfassungsschutz im Südwesten Sorgen. „Wir messen Salafisten ein besonderes Maß an Problematik bei“, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Freitag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2011. Es gebe eine „latente Gefährdungslage“ durch den extremen Islamismus im Land. Von bundesweit 4000 Salafisten stammten etwa 500 aus Baden-Württemberg. „Der Salafismus ist der Nährboden für den islamistischen Terrorismus“, erläuterte der Minister in Stuttgart. Die Salafisten lehnen nach seinen Worten Verfassung und Rechtsordnung in Deutschland ab.

Salafisten insbesondere für junge Menschen attraktiv

Nach Einschätzung von Verfassungsschutzpräsidentin Beate Bube sind aber weniger als zehn Prozent dieser Muslime gewaltbereit. Dem Minister zufolge waren fünf Salafisten aus dem Land an Ausschreitungen in Bonn Anfang des Monats beteiligt, bei denen 29 Polizisten verletzt worden waren, zwei davon schwer. Seit vergangenem Herbst hätten Salafisten im Land 60 Mal kostenlos den Koran verteilt.

Nach Bubes Beobachtung sind die Salafisten insbesondere für junge Menschen auf der Sinnsuche attraktiv. Sie würden durch Internet-Propaganda, charismatische Führer und einfache Botschaften nach einem Schwarz-Weiß-Schema angezogen. Sie forderte eine dauerhafte Finanzierung für derzeit von der Landesstiftung finanzierte Präventionsprogramme gegen Islamismus und Rechtsextremismus durch das Land.

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