Bernd Odörfer war seit 2017 Direktor am Amtsgericht. Foto: Janey Schumacher

Bernd Odörfer schafft den Sprung ans oberste Gericht der Bundesrepublik – mit gerade mal 47 Jahren. Seit 2917 war er als Direktor des Amtsgerichts Bad Cannstatt für 110 Mitarbeiter verantwortlich.

Bad Cannstatt - Am vergangen en Donnerstag hat der Richterwahlausschuss in Berlin insgesamt 18 Richterinnen und Richter neu an den Bundesgerichtshof gewählt. Sechs aus Baden-Württemberg schafften dabei den Sprung an das oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Zivil- und Strafrechtspflege. Einer davon war bisher am Amtsgericht Bad Cannstatt tätig: Bernd Odörfer, der im Herbst 2017 die Nachfolge von Andreas Holzwarth als Direktor der Justizbehörde in der Badstraße antrat.

Vom Kleinen Rathaus am Fasnetsdienstag, wo Bernd Odörfer sich vor einigen Tagen noch ganz dem Brauchtum der Kübler widmete, nach Karlsruhe an den Bundesgerichtshof, das darf man sicher einen respektablen Karrieresprung nennen. Zumal Odörfer gerade mal 45 Jahre alt ist. „Mit ihm gibt Baden-Württemberg ein echtes juristisches Talent an den Bundesgerichtshof ab, er führt das doch große Amtsgericht Bad Cannstatt als junger Direktor sehr gut“, zollte Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf dessen Aufstieg größte Anerkennung

6000 Fälle pro Jahr am Amtsgerich

Geboren wurde Bernd Odörfer in Nürnberg. Nach seinem Jurastudium in Erlangen und seinem Referendariat in Heilbronn arbeitete er zunächst eineinhalb Jahre in einer Stuttgarter Anwaltskanzlei. Seine berufliche Zukunft sah er jedoch als Richter und wechselte zur Staatsanwaltschaft Stuttgart. Von 2006 bis 2011 war er für das Justizministerium tätig, zeitweise auch als Vertreter des Hauses in der Landesvertretung. Während einer Abordnung an das Bundesverfassungsgericht war er dort Pressesprecher und anschießend Präsidialrichter und Pressesprecher beim Oberlandesgericht Stuttgart. Seit 2017 leitete er als Direktor das Amtsgericht Bad Cannstatt, wo er bislang für 110 Mitarbeiter, davon 22 Richter, verantwortlich war, die jährlich etwa 6000 Fälle zu bearbeiten hatten. In seine kurze Ära fielen auch die Änderungen durch die Notariatsreform. Extrem viel Mehrarbeit, denn seit 1. Januar 2018 ist für die Nachlass- und Betreuungsangelegenheiten der früheren Notariate Bad Cannstatt, Obertürkheim und Untertürkheim sowie sämtliche Notariate des Stuttgarter Nordens das Amtsgericht Bad Cannstatt zuständig. Und so ganz nebenbei galt es auch noch, die Umbau- und Sanierungsarbeiten im Gerichtsgebäude an der Badstraße zu stemmen. Wann Bernd Odörfer nach Karlsruhe wechselt, steht noch nicht fest. „Wohl im Sommer kommenden Jahres“, sagt Robin Schay, Pressesprecher beim Justizministerium .

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