Conti schließt das Werk Oppenweiler mit 340 Mitarbeitern. Foto: Conti

Der Autozulieferer Conti schließt sein Werk in Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis. Die 340 betroffenen Mitarbeiter seien von dem Aus überrascht worden, sagt die IG Metall – und übt Kritik am Unternehmen.

Stuttgart - Der Autozulieferer Continental schließt sein Werk in Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis. Rund 340 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Mitarbeiter wurden von der Nachricht auf einer Betriebsversammlung überrascht, sagt Christian Friedrich von der IG Metall. Er habe weinende Menschen gesehen, fügt er hinzu. Der Wirtschaftsausschuss sei wenige Stunden zuvor per Videoschaltung informiert worden, kritisiert er. Der Zulieferer aus Hannover begründet die Entscheidung damit, dass er „keine dauerhafte Zukunftsperspektive“ für das Werk sehe, steht in einer Mitteilung. Jetzt sollen Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen werden.

In Oppenweiler entwickelt und produziert Conti Kältemittelleitungen für die Personenwagen- und Nutzfahrzeugindustrie. In den vergangenen sechs Jahren sei der Umsatz an dem Standort kontinuierlich zurückgegangen. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. In den kommenden Jahren erwarten wir einen weiteren signifikanten Rückgang unseres Umsatzes“, begründete Christian Pfistner, der am Standort verantwortlich kaufmännische Geschäftsführer, die Entscheidung. „Leider schreiben wir am Standort Oppenweiler trotz zahlreicher Gegenmaßnahmen seit vielen Jahren Verluste. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern“, fügte er hinzu. Verschärft habe sich die Situation, weil ein Kundenprojekt teils weggebrochen sei.

Die Belegschaft kämpft schon länger

Dass es um die wirtschaftliche Lage des Standorts nicht gut steht, wussten die Mitarbeiter, so Friedrich: „Wir kämpfen seit Jahren um die Zukunft des Standorts.“ Es habe bereits mehrere Ergänzungstarifverträge gegeben, in dem die Mitarbeiter Zugeständnisse gemacht hätten. Zuletzt sei die Produktpalette um Leitungen für Klimaanlagen erweitert worden. Die Beschäftigten hofften, damit ein zukunftsfähiges Produkt zu haben. Conti habe nach eigenen Angaben in der Vergangenheit durch Investitionen in Teilautomatisierung und Prozessverbesserung sowie optimierte Nutzung der Ressourcen Fortschritte am Standort erzielt, schreibt Conti. „Die Optimierung aus eigener Kraft war jedoch nur bis zu einer bestimmten Grenze möglich“, sagte Pfistner.

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