Konnte nur mit Mühe in Stuttgart gehalten werden: Turnass Sebastian Krimmer Foto: Baumann

Dem Turn-Team Stuttgart droht das Aus - die letzte Verhandlungsrunde mit EnBW blieb erfolglos.  

Stuttgart - Dieser Energieverlust trifft das Turn-Team Stuttgart hart: Nachdem auch die letzte Verhandlungsrunde mit der EnBW erfolglos blieb, steht für Turn-Team-Präsident Karsten Ewald fest: "Wird bis zum 30. Juni kein neuer Hauptsponsor gefunden, trennen wir uns vom Männerteam."

"Mit unserer Energie für den Sport könnt ihr was erleben." Auf diesen Werbespruch können sich die Sportvereine im Land nicht mehr verlassen. Die Energieversorger aus Baden fahren nicht nur bei großen Clubs wie dem VfB Stuttgart ihre Leistungen herunter (von 7 Millionen auf 3,5 Millionen Euro), sie sparen auch bei den Kleinen. Karsten Ewald wusste das bereits seit vergangenem Sommer. Da kündigte die EnBW an, den Ende 2009 auslaufenden Dreijahresvertrag als Hauptsponsor nicht zu verlängern. Der Chef des Turn-Teams gab aber die Hoffnung nicht auf, den größten Energieversorger des Landes im kleineren Umfang als Gönner halten zu können. In zwei Verhandlungsrunden mit Vertretern des Unternehmens präsentierte Ewald innovative und übergreifende Konzepte. Jetzt kam die endgültige Absage aus Karlsruhe. Über die Gründe wollte sich die EnBW nicht äußern: "Das kommunizieren wir nicht", sagte Sprecher Ulrich Schröder, der bestätigte, dass sein Konzern weiterhin den Breitensport im Schwäbischen Turner-Bund fördere. Für Ewald ein schwacher Trost: "Insgesamt fallen uns 80000 Euro weg."

Die Not ist groß. Dennoch sei die Finanzierung der kommenden Bundesligasaison gesichert. Sowohl die Frauen - amtierender deutscher Meister - als auch die drittplatzierten Männer werden ab März an die Geräte gehen. "Es wird zwar sehr eng, aber mit unseren Rücklagen und einem kleinen Sponsorenpool werden wir es schaffen", erklärt Ewald. Für die Zeit danach sieht er allerdings schwarz. "Wenn wir bis zum 30. Juni keinen neuen Hauptsponsor finden, werden wir uns vom Männerteam 2011 trennen." Grund: Die Männerriege zu finanzieren sei teurer, die Frauen seien zudem erfolgreicher.

Ersatz für den Hauptsponsor zu finden sei extrem schwierig. Gespräche mit Konkurrenten der EnBW werde er nun intensivieren. Optimistisch wirkt Ewald nicht. Vielmehr sitzt der Frust tief. Auf der Homepage www.gymmedia.de wird eine Breitseite gegen die KTV Straubenhardt abgefeuert. Vom Heuschreckenalarm in der Liga ist die Rede. Der Club von Fabian Hambüchen versuche mit hohem Finanzaufwand Turner aus Stuttgart abzuwerben. Im Fall von André Schaich, dem deutschen Mannschaftsmeister, ist dies bereits gelungen. Nur mit Mühe konnte Sebastian Krimmer in Stuttgart gehalten werden. "Ich weiß nicht, wie ich das Straubenhardter Verhalten werten soll", wundert sich Ewald, "zur Attraktivitätssteigerung der Liga trägt dies nicht bei."

Den kompletten Artikel lesen Sie in unserer Printausgabe vom 10. Februar.

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