In den Räumen der Volkshochschule in Schanbach wartet auf Technikbegeisterte und Nostalgiker ein Leckerbissen: am 25. November und 1. Dezember gibt es dort ein Wiedersehen mit TV- und Radiogeräten.
Vor 100 Jahren wurde am 29. Oktober 1923 in Deutschland die erste Radiosendung ausgestrahlt. Friedrich Georg Knöpfke, der Direktor der Funkstunde Berlin, sprach damals die salbungsvollen Worte „Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox Haus. Auf Welle 400 Meter.“ Grund genug für die beiden Radiofreaks und Sammler Markus Nüdling aus Aichwald-Krummhardt und Simon Roos aus Baltmannsweiler-Hohegehren, in einer Ausstellung mit zahlreichen Exponaten auf die 100-jährige Radio- und Fernsehgeschichte zurückzublicken.
Die Ausstellung ist eine Zeitreise in die eigene Kindheit
Wer in die kleine, aber feine Ausstellung in den Räumen der VHS in Aichwald-Schanbach eintaucht, begibt sich auf eine Zeitreise und lässt 100 Jahre technische aber auch gesellschaftliche Entwicklungen Revue passieren – und wird an der einen oder anderen Stelle an die eigene Kindheit erinnert. Etwa dann, wenn Markus Nüdling seinen Philips-Fernseher aus den 1950er Jahren einschaltet und nach kurzer Zeit das schwarzweiße Testbild über die fast kreisrunde Röhre flimmert. Zu sehen ist die Ausstellung am Samstag, 25. November, und am Freitag, 1. Dezember, jeweils von 17 bis 20 Uhr. An beiden Nachmittagen wird Nüdling die Besucherinnen und Besucher mit einem kleinen Vortrag in die Ausstellung einführen und das eine oder andere gezeigte Rundfunkgerät genauer vorstellen.
Eines seiner ältesten Raritäten, die er aus seiner umfangreichen Sammlung zur Verfügung gestellt hat, ist das Owin Radio Typ E 166 aus dem Jahr 1928. Weil Lautsprecher seinerzeit relativ teuer waren, mussten sich die ersten Radiofans Kopfhörer aufsetzen, wenn sie einer Sendung lauschen wollten. „Das war ein super Zufallsfund auf einem Flohmarkt“, erzählt Nüdling, wie er an dieses heute sehr, sehr seltene Kleinod der Technikgeschichte gekommen ist.
Ein Farbfernseher kostete das Mehrfache eines Monatsgehalts
Ähnlich alt ist das Loewe Radio OE 333, das ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wird. „Solche Geräte hat es damals viele gegeben“, erzählt der Aichwalder Sammler, doch hätten die meisten den Krieg nicht überdauert. Dass in die Radios Lautsprecher fest eingebaut wurden, kam verstärkt erst in den 1930er Jahren mit der Verbreitung der so genannten Volksempfänger auf, von denen einige ebenfalls in der Ausstellung präsentiert werden. Eine andere Rarität hat Simon Roos zur Verfügung gestellt. Das Senator FT 77 war eines der ersten Farbfernsehgeräte, das im Jahr 1967 von Telefunken gebaut wurde – und zwar als Kaufhausversion für den Versandhändler Quelle. „Das Gerät hat damals so um die 2100 Mark gekostet“, erzählt Roos – das Mehrfache eines durchschnittlichen Monatsgehalts. Obwohl weder er noch Nüdling beruflich etwas mit Fernseh- oder Elektrotechnik zu tun haben, reparieren sie ihre Geräte fast alle selbst. „Das Fachwissen habe ich mir in den vergangenen 30 Jahren selbst angeeignet“, erzählt der 40 Jahre alte Simon Roos.
Sein erstes Radio hat er als Zwölfjähriger von seiner Großmutter bekommen. Damit hat für ihn seine Sammelleidenschaft angefangen und sie hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Markus Nüdling hat sein erstes Radio vom Sperrmüll. Das war im Jahr 1985. Noch heute hat er es in seiner privaten Sammlung und es hat die Inventarnummer 1. Inzwischen muss er vierstellige Nummern vergeben. „Ich habe aber nicht mehr alle Geräte“, erzählt er. So wie Roos auch, verkauft Nüdling aus Platzgründen einzelne Sammlerstücke oder tauscht sie gegen andere ein.
Radiofreaks und Sammler
Schau
Die Ausstellung 100 Jahre Rundfunk ist am Samstag, 25. November, und am Freitag, 1. Dezember, jeweils von 17 bis 20 Uhr in den Räumen der Volkshochschule Aichwald Baltmannsweiler, Seestraße 8, in Aichwald Schanbach zu sehen. Schlagwort
Die beiden Radiofreaks und Sammler Markus Nüdling aus Aichwald-Krummhardt und Simon Roos aus Baltmannsweiler-Hohengehren zeigen dort einen Teil ihrer umfangreichen Sammlung historischer Rundfunk- und Fernsehgeräte. An beiden Tagen wird Markus Nüdling mit einem kleinen Vortrag in die Ausstellung einführen und das eine oder andere Exponat näher erläutern.
Das Museum in Netz www.Online-Radiomuseum.de