Die Mitarbeiter des Flughafens waren im Gespräch mit Besuchern. Foto:  

Betriebe am Stuttgarter Flughafen haben ihre Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Von der Flugsicherung bis zu Hotels – die Bandbreite der Karriereoptionen ist groß.

Stuttgart - Viele Menschen aus der Region statten dem Stuttgarter Flughafenregelmäßig einen Besuch ab. Dabei ist den meisten nicht klar, was hinter den Kulissen alles passiert. Fluglotsen und Reisebegleiter sind lange nicht die einzigen Berufe, die man dort ergreifen kann. Das zeigte eine Messe am Freitag, bei der Ausbildungsbetriebe am Stuttgarter Flughafen ihre Berufsmöglichkeiten vorgestellt haben. Gespräche, Führungen und Kurzvorträge rund um das Thema Bewerbung standen auf dem Programm.

Polizei, Logistikfirmen, Lufthansa, Technik und Zoll zogen viele Interessenten an. Ein besonderer Hingucker war das Mövenpick-Hotel, dessen Vertreter Eis am Stiel verteilen. Auch das Wyndham Hotel lockte mit Muffins und bot stündlich Cocktailkurse an, durchgeführt von der angehenden Hotelfachfrau Ann-Kathrin Spiegel. Ausbilderin Monika Jelitte stand ihr für den Notfall zur Seite. Ihr war es wichtig, auf der Messe präsent zu sein. „Der Beruf hat einen sehr schlechten Ruf“, sagte sie. Dabei sei das gar nicht gerechtfertigt. In der Ausbildung habe sich einiges getan. Doch die Schichtarbeit schrecke viele Menschen ab. „Dabei ist es so ein schöner Beruf“, sagte Ann-Kathrin Spiegel.

„Uns geht es nicht um Masse, sondern um Klasse“

Für Philipp Manske aus Stuttgart war die Veranstaltung aufschlussreich. „Ich habe mich schon immer für Luftfahrt interessiert“, sagte der 19-Jährige. Nun wolle er wissen, wo er sich bewerben könne. Vor allem nach Praktikumsplätzen schaue er sich um. Genau so hat Friedemann John sich die Veranstaltung vorgestellt. Er ist Leiter der Personalentwicklung am Flughafen und Hauptverantwortlicher für den Ausbildungstag. „Uns geht es nicht um Masse, sondern um Klasse.“ Soll heißen: Besucher kommen nicht, weil ihre Lehrer sie auf die Messe geschleift haben, sondern weil sie sich wirklich dafür interessieren. Mit denen ergeben sich dann oft 15- bis 20-minütige Gespräche.

Diese Gespräche seien das Wichtigste für junge Menschen, die sich über mögliche Berufe informieren wollen. Denn nur so entstehe ein realistisches Bild von der Arbeit. „Ein Drittel der Azubis bricht ihre Ausbildung vorzeitig ab“, sagte Friedemann John. In Gesprächen mit erfahrenen Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, können die Einsteiger sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Jobs erfahren und so eine informierte Entscheidung treffen.

Nicht nur junge Menschen interessieren sich für die Messe. Auch Flughafenangestellte, die einen Karrierewechsel vorhaben, zählte Friedemann John zur Zielgruppe. Manchmal kommen sogar Eltern, um sich für ihre Kinder nach Jobmöglichkeiten umzuschauen. Und von denen gibt es viele. „Den Flughafen kann man als eine mittelgroße Stadt betrachten“, sagt er. Etwa 50 000 Menschen sind täglich dort – ob für die Arbeit, zum Verreisen oder als Taxi für Urlauber. Deshalb gebe es alles, was eine Stadt braucht: Eine eigene Feuerwehr, einen Winterdienst, eine Gärtnerei, eine Schreinerei und vieles mehr. „Wir wollen, dass der Laden läuft. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass alle 300 Betriebe am Flughafen den Nachwuchs haben, den sie brauchen.“

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