Helfer richten immer mehr Unterkünfte für Geflüchtete ein – wie hier in einem Nebengebäude an der Stuttgarter Schleyerhalle. Doch manche vermeintlichen Hilfsangebote haben es in sich. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Viele Menschen helfen kriegsgeplagten Ukrainern, auch in Stuttgart. Doch wer die Notlage von Geflüchteten ausnutzen will, muss gestoppt werden.

Was sind das nur für Menschen, die geflüchtete Frauen für Prostituierte halten? Die Rede ist dabei nicht allein von professionellen Zuhältern, die in den vielen Ukrainerinnen, die derzeit ohne ihre Männer nach Deutschland fliehen, willkommenes Frischfleisch sehen. Nein, es gibt offenbar auch in Stuttgart immer wieder Angebote von Männern, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen – im Gegenzug für sexuelles Entgegenkommen. Die Notlage von Geflüchteten für solche niedrigen Zwecke zu missbrauchen ist einfach nur widerlich.

 

Doch es muss nicht immer so drastisch daherkommen, wenn auf Kosten der Kriegsvertriebenen und ihrer Helfer gute Geschäfte gemacht werden sollen. Viele Immobilienbesitzer helfen mit Unterkünften aus, stellen der Stadt manchmal sogar kostenlos Wohnraum zur Verfügung. Von denen können sich diejenigen eine Scheibe abschneiden, die von der Situation profitieren wollen, indem sie Wohnungen zu Preisen weit über dem Mietspiegel anbieten. Die sollten sich schämen. Genauso wie findige Händler, die den Mangel an Hilfsmaterial wie Feldbetten ausnutzen wollen, um unverschämte Preise zu verlangen.

Es sind bisher nur wenige schwarze Schafe, die so handeln. Ein verschwindend kleiner Teil im Vergleich zur großen Zahl an Helfern, die wirklich Gutes bewirken wollen und es jeden Tag auf beeindruckende Art und Weise tun. Doch es gilt das Motto: Wehret den Anfängen! Wucher-Angebote dürfen nicht angenommen werden, sexuelle Ausbeutung muss verhindert werden. Es ist gut, dass Stadt, Polizei und andere Beteiligte sensibilisiert sind. Damit Abzocker und Ausbeuter keine Chance haben.