Die Gäubahn könnte ausgebaut werden. Foto: DB AG/Georg Wagner

Der Bund will die Gäubahn ausbauen. Das Land muss das unterstützen – auch wenn das Vorhaben womöglich den Interessen des einen oder anderen Landespolitiker entgegensteht, kommentiert StN-Titelautor Christian Milankovic.

Stuttgart -

„Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ So warb die Bahn in einer Zeit, als sie mit Wintereinbrüchen und Hitzewellen noch zurecht kam, ohne gleich den Betrieb in nennenswertem Umfang einzuschränken. „Alle reden von der Verkehrswende. Aber keiner macht sie“, ließe sich der Slogan für die heutige Zeit anpassen. Klar ist: Wenn die Schiene wirklich wieder mehr Gewicht im Verkehrsmittelmix bekommen soll, muss sie auf Vordermann gebracht werden. Bei der Gäubahn ist diese Chance nun gekommen. Die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus ist gegeben.

Was sind die Appelle wert?

Nun wird sich zeigen, was die Appelle Wert sind, die dem Umstieg auf die Bahn das Wort reden. Das Land etwa muss nun ein klares Bekenntnis ablegen. Verkehrsminister Winfried Hermann unterstreicht allenthalben die Bedeutung der internationalen Verbindung Stuttgart-Zürich. Wenn zum Ausbau nun auch der von ihm eher skeptisch beäugte Gäubahntunnel auf den Fildern gehört, wird er diese Kröte schlucken müssen. Auch wenn das seinen Ideen für die Gäubahn insbesondere in Stuttgart zuwiderläuft.

Chance auf moderne Infrastruktur

Die Phalanx der Bahnförderer darf auch dann nicht wanken, wenn sich die bei einem Vorhaben dieser Größenordnung unvermeidliche Konflikte abzeichnen. Nach dem Ausbau der Rheintalbahn, der neuen Verbindung zwischen Stuttgart und Ulm bietet sich an der Gäubahn für das Land eine Chance auf moderne Schieneninfrastruktur. Baden-Württemberg muss sie nun aber auch ergreifen.

christian.milankovic@stuttgarter-nachrichten.de

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