Die Cannstatter Müllsammler. Foto: Cleanup Network (z)

Der Verein Cleanup Network veranstaltet monatlich mit Bürgern Müllsammelaktionen

Bad Cannstatt - Das Interesse an der Umwelt und etwas für deren Erhalt zu tun, wächst in der Bevölkerung. Nicht nur die Diskussion um das Klima beschäftigt die Menschen, wie die „Friday for Future“-Bewegung weltweit zeigt. Auch der Müll, der überall herumliegt, beschäftigt die Bürger. Das hat der Stuttgarter Thomas Venogopal festgestellt, als er in Thailand im Urlaub war und das hat parallel auch die Cannstatterin Chiara Ficano mit italienischen Wurzeln bemerkt, wie sie erzählt. Die beiden sind im vergangenen Jahr aktiv geworden und kümmern sich durch Aktionen darum, dass die Landeshauptstadt sauberer wird. Sie haben in Stuttgart und in Bad Cannstatt Müll eingesammelt. Begonnen haben sie mit den Aktionen 2028. Schnell haben sie sich professionelle Unterstützung geholt und sich an die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) gewandt, um ihre Aktionen offiziell anzumelden und Hilfsmittel zu bekommen, berichtet Ficano.

Für Aufmerksamkeit sorgen

Jetzt wird aus der Initiative Cleanup Network ein Verein. Und Ficano hat eine Cannstatter Gruppe gegründet. Sie hat kürzlich die erste Aktion in Bad Cannstatt durchgeführt – am Bahnhof. „Wir möchten auch mal am Neckar aktiv sein“, sagt die Umweltschützerin. Ziel sei es aber nicht, die Stadt zu ersetzen. „Wir sehen unsere Rolle darin, Vorbild zu sein und für Aufmerksamkeit zu sorgen“, erklärt die Aktive.

Sie sagt, oft sei man an Müll gewohnt und laufe einfach daran vorbei. Die Gruppe wolle nun, dass es nicht so bleibt und sich etwas ändere. Mitmachen kann jeder, der sich einbringen will. Vom Alter her sei die Gruppe gemischt. „Die meisten sind zwischen 20 bis 40 Jahre alt“, sagt Ficano. Die Teilnehmer der Aktion organisieren sich über eine Facebook-Gruppe. Auch von der Bewegung „Fridays for Future“, die eine Umkehr in der Klimapolitik fordert, seien Teilnehmer dabei. „Wir haben Kontakt und kooperieren“, sagt die 33-Jährige. Organisiert werden die Einsätze immer ein paar Wochen im voraus. Veröffentlicht werden sie auf der Website oder in der Facebook-Gruppe. Nach wie vor bekommen die Mülleinsammler das Material von der AWS. Es werden immer unterschiedliche Orte ausgesucht, an denen gereinigt werden soll. Der Ort wird mit Treffpunkt und Uhrzeit vorher bekannt gegeben . Der Einsatz dauere dann ein paar Stunden, sagt Ficano. Es sei auch körperlich anstrengend. Wichtig sei, dass die Leute bleiben können, so lange sie möchten.

Kooperation mit der Bahn

Beim Sammeln macht sich auch die Umweltschützerin so ihre Gedanken und informiert die anderen über die Folgen des Mülls: So verunreinige ein Zigarettenstummel 40 Liter Grundwasser, sagt die 33-Jährige. Auch mit der Deutschen Bahn wird kooperiert. Der eingesammelte Müll wird dann über eine Müllweg-App von der AWS abgeholt, erklärt die Aktive, die von Beruf IT-Beraterin ist. Und nach diesem Motto ist die Gruppe unterwegs: Ein Cleanup ist mehr als nur ein Putzevent. Es sensibilisiert auf effiziente Weise Menschen jedes Alters und jeder Gesellschaftsschicht nachhaltig. Von Mensch zu Mensch und in der Gruppe. „Das ist unser Beitrag für eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt und als Vorbild vorangeht“, erklärt Ficano. In Bad Cannstatt jedenfalls wird es weitere Einsätze geben.

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