Diese Kattafamilie ist in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen untergekommen. Foto: dpa

Wie viele Schlangen, Echsen und Spinnen privat in Deutschland gehalten werden, ist nicht bekannt. Allerdings klagen Tierheime über eine Zunahme von exotischen Fundtieren.

Sachsenhagen - Die Tierheime in Deutschland sehen sich zunehmend mit ausgesetzten Reptilienund anderen Exoten überfordert. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes fehlen spezialisierte Aufnahme-Einrichtungen für Wildtiere. „Eigentlich müssten Bund, Länder und auch Kommunen Auffangstationen bauen, denn die lassen den Handel und die Haltung der Tiere in privater Hand immer noch zu“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der dpa. Der Deutsche Tierschutzbund hatte erst kürzlich im Tierschutzzentrum Weidefeld in Schleswig-Holstein eine Reptilienstation eröffnet.

Die 550 dem Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime mussten zwischen 2009 und 2013 rund 30 000 Reptilien aufnehmen, darunter auch gefährliche Arten. Fast die Hälfte der befragten Vereine gab an, die Tiere nicht angemessen unterbringen zu können. Eine Auffangstation für Reptilien gibt es nach Angaben des Verbandes zum Beispiel in München und im Tierheim Berlin. Andere wie das Tierheim in Stuttgart sammelten aktuell Gelder, um eine Reptilienabteilung zu bauen.

Die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen westlich von Hannover ist mit einer Fläche von 20 Hektar die größte ihrer Art. Sie beherbergt neben anderen heimischen und exotischen Wildtieren aktuell rund 300 Reptilien. Stationsleiter Florian Brandes fordert die Einführung eines verpflichtenden Sachkunde-Nachweises für Reptilien- und andere Tierbesitzer. „Damit könnte die Zahl der Spontankäufe und tierschutzwidrige Haltungen erheblich reduziert werden“, ist der Fachtierarzt für Wildtiere überzeugt.

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