Auf gut Schwäbisch Bisch dr Palmesel?

Von StN 

Palmsonntagsprozession in Jerusalem Foto: dapd
Palmsonntagsprozession in Jerusalem Foto: dapd

Leser Albrecht Hartmann aus Schwäbisch Gmünd erinnert an einen alten Palmsonntag-Brauch: ‚der Palmesel‘.

Stuttgart - Leser Albrecht Hartmann aus Schwäbisch Gmünd erinnert an einen alten Palmsonntag-Brauch: „Ich weiß nicht, ob bei Ihnen zu Hause morgen am Palmsonntag noch ein Familienmitglied zum ‚Palmesel‘ gekürt wird. Ich vermute, dass diese Tradition mittlerweile kaum mehr gepflegt wird.

Während meiner Kindheit – das war in den 1950er Jahren – war es immer so, dass derjenige, der am Palmsonntagmorgen als Letzter aufgestanden war, automatisch von den anderen Familienangehörigen als der ,Palmesel‘ bezeichnet wurde. Da hieß es dann immer: ‚Ätsch, mir älle send vor dir uf gwäa – bisch amol wieder dr ,Palmesel‘?’ Und diesen Part durfte über viele Jahre leider ich übernehmen, auch wenn ich den ‚Palmesel‘ gerne auch einmal einem anderen Familienmitglied abgetreten hätte. In der Bibel wird ja beschrieben, wie Jesus am Sonntag vor Ostern auf einem Esel sitzend in Jerusalem einzog. Was aber hat es damit auf sich, dass der an diesem Sonntag als Letzter Aufgestandene als ,Palmesel‘ bezeichnet wird?

Ich könnte mir gut vorstellen, dass in früherer Zeit bei den Palmsonntag-Prozessionen der auf vier Rädern rollende hölzerne Esel mit einer darauf sitzenden Jesusfigur ganz am Ende des Prozessionszuges durch den Ort gezogen wurde und somit der Esel immer der Letzte war. Vielleicht kam es aber auch deshalb zu dieser Bezeichnung, weil der Esel meist ein behäbiges Geschöpf ist und es ihm von Natur aus nicht sonderlich pressiert.

Passen Sie also am Sonntag gut auf, und ‚standet Se net als Letzte/r uff, denn sonscht werdet Se dr Palmesel, und dann hen Se oi Johr lang diesen ehrenvolla Titel am Hals!“

Leserin Elke Schmidt stellt zum Begriff Brochquadd (Beitrag vom 28. März) fest: „Also i glaub’, do muaß äbbes klargstellt werda. Des hoißt net der Brochquadd, sondern die Brochquadd. Die Brache und die Quadd. Eine nette Geschichte dazu. Eine liebe Freundin fragte mich: ,Woisch du, was a Brochquadd isch?‘ Ich wusste es natürlich nicht. Ihre Antwort war : ,I woiß des au net, aber i kenn oine!‘“

Leser Alfred Grupp aus Mühlacker schreibt: „Wo findet man denn die meisten Quadda? Beim Schoora (Erde umbrechen mit dem Spaten), denn die gemeine Quadde liebt nicht die harte Brache, sondern die feine, bearbeitete Gartenerde und die darin steckenden würzigen Gartenpflanzen-Wirzele.

Der schwäbische Spruch des Wochenendes kommt ebenfalls von Albrecht Hartmann. Es handelt sich um einen Zungenbrecher: „I han mei Spätzlesb’steck z’ spät b’stellt.“

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