Immer mehr Menschen leiden derzeit unter einer Atemwegsinfektion. Foto: picture alliance //Maurizio Gambarini

Immer mehr Menschen haben Atemwegserkrankungen. Vor allem Kleinkinder leiden unter Infektionen mit dem RS-Virus. Am Klinikum Esslingen werden mehr Patienten mit einer Coronainfektion behandelt als im Vorjahr.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber – der Krankenstand steigt stetig. Fälle von Corona, Erkältung, Grippe oder einer Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus) nehmen seit Wochen zu. Zu diesem Schluss kommt auch das Robert-Koch-Institut, das den Beginn der Grippewelle rückblickend für Mitte Dezember ausgemacht hat, wie aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht hervorgeht.

 

Auch in Esslingen nimmt die Anzahl derer, die unter einer Atemwegserkrankung leiden, zu, wie ein Blick in die Krankenhäuser zeigt: Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Influenza hat zugenommen, teilt Anja Dietze, Sprecherin des Klinikums Esslingen mit. In der Kinderklinik sei die Lage im Vergleich zum Vorjahr etwas ruhiger.

Gestiegen ist auch die Anzahl der Erwachsenen, die an Corona erkrankt sind. Im Vergleich zum Herbst 2022 hat die Anzahl der an Corona erkrankten Personen um 16 Prozent zugenommen, im Herbst 2023 waren also wieder mehr Menschen mit einer Coronainfektion im Klinikum Esslingen in Behandlung als im Vorjahr. Von Corona sind auch Kinder betroffen, die jedoch in den meisten Fällen nicht schwer krank seien, sagt Dietze.

RS-Virus vor allem für Kleinkinder gefährlich

Anders verhält es sich beim RS-Virus, das erkältungsähnliche Symptome auslöst: Hier steigt die Zahl der kleinen Patientinnen und Patienten im Klinikum Esslingen, wobei vor allem Kinder in den ersten zwei bis drei Lebensjahren betroffen sind. Wer sich infiziert, leidet unter ähnlichen Symptome wie bei einer Erkältung – Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, teils Fieber. Meist dauert die Erkrankung zwischen drei und zwölf Tagen, der Husten kann aber auch wochenlang anhalten.

Mit dem RS-Virus können sich aber auch Erwachsene infizieren. Meist bleibt es bei einem milden Krankheitsverlauf, insbesondere bei älteren Kindern und Erwachsenen. Bei Babys und kleineren Kindern kann es dagegen anders verlaufen: Etwa zwei Prozent der Betroffenen haben einen so schwereren Verlauf, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Eltern sollten laut Experten deshalb aufmerksam bleiben, wenn ihr Baby oder Kleinkind Anzeichen für eine RSV-Infektion zeigt. Risikopersonen sind außerdem Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Das könnte der Grund für die steigenden Zahlen sein

Eine mögliche Ursache für die Situation: In den vergangenen beiden Wintern hatten Säuglinge und Kleinkinder pandemiebedingt weniger Kontakte und durchliefen deshalb unter Umständen nicht die normale Entwicklung ihrer Immunabwehr.

Insgesamt steigt die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Atemwegserkrankung stationär aufgenommen werden müssen im Klinikum Esslingen. In andere Kliniken verlegt werden müssen vor allem Kinder aufgrund von Personalausfällen in der Kinderklinik. Allerdings nimmt das Esslinger Krankenhaus auch Patienten aus anderen Kliniken auf.

Wieder Engpässe bei Antibiotikasäften für Kinder

Zudem gebe es Engpässe bei den Antibiotikasäften für Kinder. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Versorgungsengpässen bei Antibiotikasäften für Kinder. Als einen Grund benennen Experten die Lieferketten, da viele Medikamente in China oder Indien produziert werden. Starker Kostendruck führe demnach dazu, dass Unternehmen sich aus der Produktion zurückziehen. So werden viele Arzneimittel weltweit nur noch von einer Handvoll Firmen hergestellt. Bei Antibiotikasäften für Kinder deutet nach Meinung der Krankenkassen vieles darauf hin, dass eine steigende Nachfrage verantwortlich ist für den Engpass.