Babara Schöneberger ist stimmlich auf Augenhöhe in Max Mutzkes TV-Show „Lebenslieder“. Foto: rbb/Kobalt Productions/Celine La

Max Mutzke, Soul-Sänger aus dem Schwarzwald, fühlt in seiner TV-Show „Lebenslieder“ Prominenten auf den Zahn: Welche Musik hat ihr Leben geprägt?

Stuttgart - Zeig uns deine Plattensammlung, damit wir sehen, wer du bist – diese Idee steckt hinter der TV-Show „Lebenslieder“. Max Mutzke, Soul-Sänger aus dem Südschwarzwald, fungiert als Moderator und befragt seine Gäste zu ihren Playlists. Diese bestehen in den ersten drei Folgen mit der Schauspielerin Annette Frier, dem Comedian Bülent Ceylan und der Entertainment-Königin Barbara Schöneberger überwiegend aus hinlänglich bekannten Hits von Abba bis Stevie Wonder. Mutzke intoniert sie mal mit seinen Gästen und mal ohne sie zur Live-Musik seiner starken Band Monopunk.

 

Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich: Wenn Annette Frier zur eigenen Klavierbegleitung „Killing me softly“ anstimmt, drückt man ihr die Daumen, dass sie unfallfrei durchkommt, und Mutzke unterstützt sie nach Kräften; wenn dagegen die Schöneberger, selbst Profi-Sängerin, mit volltönender Stimme Abbas „Fernando“ in Angriff nimmt, herrscht mindestens Waffengleichheit. Sie singt mal eben das komplette Hauptthema von „Star Trek“ ohne Wackler. Mutzke nutzt seine Wohnzimmer-Karaoke-Bühne, um eigenes Können vorzuführen – etwa, wenn er „Yellow“ von Coldplay vorträgt.

Überraschungen sind rar

Überraschungen sind rar. Der Mannheimer Bülent Ceylan hat schon in Metal-Bands gesungen und durfte als erster Comedian überhaupt beim Metal-Festival in Wacken auftreten. Folgerichtig bringt er Metallica mit – allerdings deren Ballade „Nothing else matters“, auf die sich fast alle einigen können. Immerhin hat er auch eine Passage aus Schuberts Winterreise ausgewählt, bei der Mutzke und Ceylan mit rollendem „R“ klassisch geschulte Sänger imitieren. Ceylan gelingt es auch, den einen oder anderen Gag zu platzieren. Das ist gar nicht so einfach, denn Mutzke erweist sich als sehr ernsthafter und bodenständiger Interviewer. Er fragt beharrlich nach Ereignissen, Beziehungen und Lebensentscheidungen, die der jeweilige Soundtrack begleitet hat und kommt mitunter zu emotionalen Momenten – wenn einer wie Ceylan sie zulässt.

Mutzke hält höflich Distanz

Manche Gelegenheit lässt Mutzke aber verstreichen. Er hakt nicht nach, als Frier erzählt, wie sie in Köln am Theater angefeindet wurde, weil sie als Frau „Gott, die Allmächtige“ spielte. Das hat auch mit den vielen, eng getakteten Programmpunkten der Show zu tun, die wenig Spielraum lassen. Zugleich hält Mutzke oft zu höflich Distanz – anders als etwa die entwaffnende Ina Müller. Sie trägt das Herz auf der Zunge und fordert die Gäste ihrer Show „Inas Nacht“ auf sehr lustvolle Weise heraus – auch was die Auswahl der Lieder angeht, die sie mit ihr singen müssen. Schöneberger und Ceylan waren auch schon bei ihr, und bei beider Auftritten blieb kein Auge trocken.

Mutzke bringt vieles mit, was ein TV-Moderator braucht, Kante gehört bislang eher nicht dazu. Als Sänger steht er oft im Mittelpunkt, als wäre er sein eigener Gast in dieser freundlichen, weitgehend risikofreien Unterhaltungsshow.

ARD, dienstags um 22.50 Uhr. 26.1. Annette Frier, 9.2. Bülent Ceylan, 16.2. Barbara Schöneberger, 23.2. Daniel Hope