Jan Frier hat in seinem Leben viel gearbeitet und gilt jetzt trotzdem als „Hartzer“. Er ist arm und wird in der Rente wohl noch weniger Geld haben. Wie bleibt er trotzdem in der Spur?

Stuttgart - Ein Leben von Hartz IV, danach sah es bei Jan Frier lange nicht aus. Der heute 60-Jährige arbeitete in einem Verlag, verdiente gut, liebte seinen Job. Als es dort eine Kündigungswelle gab, fiel auch er durch das Raster. Er machte weiter mit einer Online-Gartenberatung. Auch das lief gut an. Dann kam eine Krebs-Diagnose. Die Arbeit musste er aufhören, wie er unserer Redaktion gegenüber sagte. Weil er noch keinen Vertreter eingeschult hatte, war das Geschäft gelaufen. Die Krankheit kostete ihn viel Kraft und trotzdem musste es weitergehen. Aber verschiedene Schulungen und 550 Bewerbungen später stand er immer noch ohne Job da.

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Heute arbeitet Jan Frier im Sozialunternehmen Neue Arbeit in der Filmproduktion. Ehrenamtlich, ein richtiges Gehalt bekommt er dafür nicht. Seit 2012 ist er Hartz-IV-Empfänger. In Deutschland gilt im Jahr 2019 als arm, wer weniger als 1136 Euro im Monat zur Verfügung hat. Davon ist Frier ein Stück weit entfernt, und damit geht es ihm wie vielen anderen Stuttgartern. Und wenn er in Rente geht, wird das nicht besser werden. Was macht es mit einem Menschen, viel gearbeitet zu haben, und jetzt trotzdem als „Hartzer“ zu gelten, arm zu sein und möglicherweise einer noch entbehrungsreicheren Zukunft entgegenzusehen?

Es hätte Tage gegeben, da hätte er daran gedacht, einfach liegen zu bleiben, sagt Frier. In diesen Momenten sei es auch leicht, in den Alkoholismus abzudriften. Wie er sicht trotzdem immer in der Bahn hielt, erklärt Jan Frier im Video.

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